Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
24.08.2017, 10:13 Uhr | MAZ - Prignitz 24.8.2017 / Andreas König

Halbe Gemeinde Groß Pankow liegt im Funkloch
CDU-Abgeordnete Steineke und Homeyer reisten durch mit Mobilfunk unterversorgte Gebiete der Prignitz

Groß Pankow/Tangendorf. Wenigstens nerven bei diesem Termin keine Anrufer oder digitale Nachrichten jedweder Art. Tangendorf liegt, wie mindestens 50 Prozent des Gemeindegebietes von Groß Pankow, in einem
Funkloch. Das zu ändern, ist erklärtes Ziel der brandenburgischen CDU-Landtagsfraktion. Bundestagsabgeordneter Sebastian Steineke und sein Landtagskollege und wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU im Landtag,
Dierk Homeyer, besuchten gestern die Prignitz auf ihrer Funklochtour. Dass sie ausgerechnet in Tangendorf begann, ist zwar der schlechten Versorgung mit Mobilfunk geschuldet, doch kann man dieses Phänomen in weiten Teilen der Gemeinde Groß Pankow beobachten. Oder wie es Marco Radloff, der Bürgermeister von Groß Pankow, ausdrückte: „Ich bin, seit ich vorhin am Rathaus Groß Pankow losgefahren bin, im Funkloch.“ Die schlechte Qualität ist zwar auch vom jeweiligen Netz abhängig, aber richtig gut mobil telefonieren
kann man in Tangendorf kaum. „Das wollen wir ändern“, sagte Dierk Homeyer und verwies auf den aus Sicht der CDU Fraktion überwältigenden Erfolg des „Funklochmelders“. Diese Online-Seite ermöglicht es allen Bürgern, Funklöcher zu melden, also Gebiete, in denen nur sehr schlechter bis gar kein Mobilfunkempfang herrscht. „Uns liegen bisher 22 000 Meldungen aus ganz Brandenburg vor“, sagte Dierk Homeyer. Anfangs habe die Landesregierung behauptet, es gebe kein Versorgungsproblem, weil auf den Karten der
Netzabdeckung, die von den einzelnen Anbietern bereitgestellt werden, von einer 97-prozentigen Versorgung die Rede ist.
„Erfahrungsgemäß wird die Versorgung schlechter, je weiter ein Ort von den Zentren entfernt liegt“, sagte Sebastian Steineke. Das betreffe in der Prignitz mehrere Gebiete, zum Beispiel die Lenzerwische, aber auch Ortsteile von Wittenberge. „Der krasseste Fall ist aber sicherlich die Gemeinde Groß Pankow“, schätzte Sebastian Steineke ein. „In mehr als 50 Prozent unseres Gemeindegebietes gibt es gar keinen oder nur sehr schlechten Empfang“, sagte der Bürgermeister. „Inzwischen hat die Landesregierung eingesehen, dass es dieses Problem gibt“, sagte Dierk Homeyer. Ein möglicher Ausweg
aus der Misere sei das gemeinsame Nutzen von Mobilfunkmasten oder -türmen. „Bis vor einigen Jahren war das völlig ausgeschlossen, aber inzwischen sehen das die Anbieter nicht mehr so eng“, erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher. „Wo waren Sie denn vor vier Jahren?“, wollte Ortsbeirat Hans Jürgen Gaes wissen. „Sie kommen doch nur her, weil Wahlkampf ist.“ Besonders habe er sich geärgert, fügte er hinzu, dass es in Seddin einen Funkmast gegeben habe, der jedoch wegen der Insolvenz des Betreibers zuerst stillgelegt und dann abgerissen wurde. „Ich habe Verständnis für Ihren Frust“, sagte Dierk Homeyer, „aber ich bin in der Opposition und bestimme nicht, was in Brandenburg passiert.“ Dennoch sei diese Art der Bestandsaufnahme wichtig, sagte Bürgermeister Marco Radloff.
Vor allem wenn weder Mobilfunk noch breitbandiger Internetzugang möglich seien, beeinträchtige das die Daseinsvorsorge in der Gemeinde. Für dünn besiedelte Gebiete wie die Prignitz müsse letztlich Steuergeld aufgewandt
werden, um Funklöcher zu stopfen. Die Tour ging weiter nach Bentwisch, Ferbitz und Unbesandten.