Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
18.07.2017, 16:16 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 18.7.2017 / Andreas Vogel

Diese zehn Kandidaten wollen in den Bundestag
Unter den Bewerbern gibt es lediglich zwei Frauen

Neuruppin. So viele Direktkandidaten für den Bundestag gab es in der Region lange nicht: Zwei Frauen und acht Männer hatten bis gestern zum Meldeschluss um 18 Uhr ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen für die
Wahl am 24. September bei Kreiswahlleiterin Annette Löther in Perleberg eingereicht. Die beiden Frauen, Dagmar Ziegler aus Wittenberge (SPD) und Kirsten Tackmann aus Tornow bei Kyritz (Linke) dürften recht gute Chancen
haben, in den Bundestag einzuziehen. Sind doch beide gestandene
Politikerinnen und damit vielen bekannt: Tierärztin Tackmann sitzt seit 2005 im Bundestag und ist agrarpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Finanzkauffrau
Ziegler war 15 Jahre lang Mitglied des Landtages in Brandenburg, bis sie 2009 in den Bundestag einzog. Doch gibt es neben dem Neuruppiner Sebastian Steineke (CDU), der 2013 das Direktmandat in der Region gewann,
sieben weitere Bewerber quer durch fast alle politischen Lager. Angefangen von Michael Nehls (AfD) aus Zechlinerhütte über Martin Wandrey aus Nauen
(Bündnisgrüne) und Andreas Hoffmann aus Havelaue (FDP) bis hin zu Wolfgang Engewicht (Freie Wähler) aus Alt Ruppin, den Einzelbewerber Mario Borchert aus Damelack und Corvin Drößler aus Neuruppin, der für die Spaßpartei Die Partei von Satiriker Martin Sonneborn antritt.
Arnold Blum aus Glövzin in der Prignitz tritt zwar für die Marxistisch-
Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) an, doch Mitglied bei der als linksradikal eingestuften Kleinpartei, die sich 1982 gründete, ist der 65-Jährige
nicht. Blum tritt an, weil „die Altparteien 15 Jahre lang die Milchbauern nicht ernst genommen haben“. Allein in den vergangenen drei Jahren hätten deshalb 10 000 Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland aufgeben müssen, sagte Blum. Die „perverse“ Politik habe zu einem „katastrophalen“ Verfall des Milchpreises und der Struktur der Agrarbetriebe geführt. „Die Altparteien haben nur geschwafelt“, so
Blum. Das Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter drängt auf Veränderung – und scheut dabei auch keine markigen Worte. Blum spricht „von einem Verbrechen an den Bauern“, da diese derzeit „physisch und psychisch zerstört“ würden. Mit der Argumentation hat Blum zumindest die Zahl der 200 benötigten Unterschriften für seine Kandidatur erreicht. av