Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
15.07.2017, 13:35 Uhr | MAZ - Prignitz 15.7.2017 / Beate Vogel

Handwerker kritisieren Garantieregelungen
CDU-Bundestagsabgeordneter Sebastian Steineke diskutiert mit Vertretern der Meyenburger Elektrobau

Dem CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke wehte beim Besuch der Firma Meyenburger Elektrobau scharfer Wind entgegen. Die Mitarbeiter des Unternehmens ärgert zum Beispiel die aktuelle Garantieregelung: Während die Baufirma fünf Jahre Gewährleistung gibt, sind es bei den Herstellern von Bauteilen nur zwei.
 Meyenburg. Mehrere heiße Themen brennen den Mitarbeitern der Firma Meyenburger Elektrobau (MEB) unter den Nägeln. Beim Besuch des CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke am Donnerstag wurde deshalb teils heftig diskutiert. Dabei ging es um den Mangel an Nachwuchs, das Bildungssystem, die immer komplizierter werdende Ausschreibungspraxis bei öffentlichen Aufträgen oder Garantieregelungen.
 
Letztere können laut Dirk Radatz, bei der MEB Bereichsleiter für Elektroinstallation, einem Unternehmen durchaus das Genick brechen. Derzeit ist die Gesetzgebung so, dass bei einem Auftrag die ausführende Firma die Gewährleistung für fünf Jahre übernimmt. Das kann sie aber eigentlich nur für ihre eigenen Arbeiten. Werden fertige Teile wie Lampen oder Schalter verbaut, übernimmt der Hersteller – neuerdings – für zwei Jahre eine Garantie. „Es hat ja lange gedauert, dass der Hersteller mit in die Verantwortung genommen wird“, findet Radatz. Dass dies nicht fünf Jahre wie bei der bauausführenden Firma sind, ärgert ihn dennoch: Die MEB übernimmt zum Beispiel für große Behörden oder Flughäfen die komplette Elektroinstallation. Angesichts des „rasenden Fortschritts“ werde ein „Haufen Mist“ auf den Markt geworfen, so Radatz. „Jetzt stellen Sie sich vor, da gehen von 5000 verbauten LED-Lampen 300 kaputt. Für Steineke sei das eine klare Lücke im Garantiegesetz, sagte dieser: „Der erste Schritt war schon gut, da muss aber nachgearbeitet werden.“
 
Garantievereinbarungen mit der Innung
 
Kirsten Gmirek, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Prignitz, kennt die Diskussion: „Im Sanitärbereich hat der Landesverband der Innung mit den Herstellern Garantievereinbarungen abgeschlossen, die dann allerdings nur für die Innungsmitglieder gelten.“ Das Modell könne man vielleicht auch auf andere Innungen übertragen.
 
Die MEB hatte übrigens einen Spezialauftrag für Steineke. Ein junge Mann aus Moldawien hörte von der Firma und wollte sich bewerben, berichtete Martina Spitzner aus der Verwaltung: „Da Moldawien aber nicht zum Schengen-Raum gehört, kann er nicht einfach so bei uns anfangen.“ Seit längerem bemühe sie sich deshalb um die nötige Arbeitserlaubnis, die der Moldawier bei der Deutschen Botschaft in seinem Heimatland beantragen muss. „Wir haben alles hingeschickt, die Papiere liegen vor – aber der Bewerber bekommt einfach keinen Termin in der Botschaft“, erzählte Spitzner. Steineke will sich darum kümmern, dass es in dem Fall vorwärts geht: „Wir haben doch extra Kontingente für Arbeitnehmer aus diesen Ländern geschaffen.“