Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
14.07.2017, 13:22 Uhr | MAZ - Prignitz 14.7.2017 / Beate Vogel

Ausschreibung für Breitbandausbau steht jetzt an
Prignitzer bekommen Ende Juli die Unterlagen – Leitungen für schnelles Internet müssen bis Ende 2018 verbaut sein

Meyenburg. Zum 27. Juli sollen die Ausschreibungsunterlagen für den
Ausbau der schnellen Internetversorgung für den Landkreis Prignitz zugestellt werden. Das teilte gestern sichtlich erfreut der CDU-Bundestagsabgeordnete
Sebastian Steineke mit. Wie der Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin haben auch die Prignitzer laut Steineke die Auftragsvergabe stellvertretend für die
einzelnen Kommunen zusammengefasst, nachdem sie gemeinsam mit diesen die Bedarfe ermittelt und den Zuschuss entsprechend beantragt hatten. Bis zu 90 Prozent der Kosten können beim Breitbandausbau von Bund und Land beigesteuert werden. Bis 2018 stellt der Bund zwei Milliarden Euro bereit, um den flächendeckenden Ausbau für Surfgeschwindigkeiten von 50 Mbits möglich zu machen. Schnelles Internet nutzen derzeit nur gut 60 Prozent der Brandenburger. Manche Prignitzer surfen inzwischen mit 100 Mbits und mehr, andere mit gerade mal 2 Mbits. Immerhin hatte die Prignitz im Mai 2016 von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Fördermittelbescheid über 50 000 Euro für den Breitbandausbau erhalten. Das Geld konnte auch für Planung und Beratungsleistungen verwendet werden. Jetzt aber drängt die Zeit: Während laut Steineke in OPR die
Ausschreibung läuft, hängt die Prignitz bisher in der Warteschleife.
Die immer komplizierter werdenden Ausschreibungsverfahren vor allem bei öffentlichen Großaufträgen ärgerten Peter Niemann, bei der Firma Meyenburger Elektrobau (MEB) für Anlagenbau zuständig. Steineke hatte das mittelständische Unternehmen gestern besucht. „Wieso hören die örtlichen Unternehmen nicht von solchen Vorhaben? Stattdessen übernehmen wir große Aufträge in Braunschweig und holen eine Firma aus den alten Ländern zu uns“, monierte Niemann. MEB ist vor allem auf Großbaustellen im Einsatz, verkabelt Objekte wie Flughäfen und große Umspannwerke, stellt die Telekommunikation für Kliniken, Behörden oder Hochschulen her. Niemanns Kollege Dirk Radatz, Bereichsleiter Elektroinstallation und verantwortlich für die Lehrlingsausbildung, pflichtete ihm bei: „Seit zwei Jahren wird schon geplant, das Geld steht aber nur drei Jahre zur Verfügung.“ Für potente Firmen, die sich an der Ausschreibung großer Aufträge beteiligen wollen, sei das schwierig zu planen. Radatz ist gespannt, ob das
Projekt Breitbandausbau bis Ende 2018 umgesetzt werden kann.