Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
12.07.2017, 11:26 Uhr | BRAWO 12.7.2017

Aus Wahlkreis 60 kein Bundestagsmitglied mehr
Frank-Walter Steinmeier wurde Staatsoberhaupt, Diana Golze wechselte in Brandenburger Landesregierung

Havelland. (rez) Sebastian Steineke (CDU), Dagmar Ziegler (SPD) und Kirsten Tackmann aus dem Wahlkreis 56* sowie Uwe Feiler (CDU), Harald Petzold (Die Linke) und Angelika Krüger-Leißner (SPD) aus dem Wahlkreis 58* brechen bundespolitische Themen für Havelländer regional herunter. Früher meldeten sich auch Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises 60
regelmäßig zu Wort. Das ist vorerst Geschichte. Es gibt keine Volksvertreter aus diesem Wahlkreis mehr, zu dem die Bereiche Brandenburg an der Havel, Potsdam-Mittelmark I, Havelland III (mit Rathenow, Premnitz und Milower Land) sowie Teltow-Fläming I gehören. Grund dafür sind die im November
2014 erfolgte Ernennung von Diana Golze zur Brandenburger Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und die Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten. Er ist seit 19. März das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Die aus Rathenow stammende Golze hatte seinerzeit ihr Mandat umgehend niedergelegt. Nachrücker wurde der Potsdamer Norbert Müller (Wahlkreis 61*). Indes hatte der in Brandenburg an der Havel durch die SPD installierte Berliner Steinmeier, der nach der Bundestagswahl 2013 erneut Bundesaußenminister
wurde, sein Mandat behalten. Er war also gleichsam Regierungs und
Bundestagsmitglied. Da das Staatsoberhaupt weder der Regierung noch dem Bundestag angehören darf (Artikel 55 Grundgesetz), schied Steinmeier aus
beidem aus. An seiner statt sitzt nun Angelika Krüger-Leißner in der SPD-Fraktion.
Durch die Wahl am 24. September dieses Jahres wird es wieder mindestens einen Volksvertreter bzw. eine Volksvertreterin aus dem Wahlkreis 60 im Bundestag geben. 2013 hatte Frank-Walter Steinmeier als einziger
Nichtchristdemokrat ein Direktmandat im Land Brandenburg geholt. Demnach triumphierten auch die CDU-Kandidaten Sebastian Steineke und Uwe Feiler. Die Kandidaten der anderen Parteien zogen über die sogenannten Landeslisten ins Bundesparlament ein. Die Wähler beeinflussen durch ihre Zweitstimmen auf den Stimmzetteln, wie viele Kandidaten der jeweiligen Parteien das Mandat auch ohne Wahlerfolg holen. Wer auf der Liste am höchsten steht, schafft das. So wie Diana Golze seinerzeit (Listenplatz 1). Für Andrea Voßhoff (CDU) hatte der hohe Listenplatz 4 aber nicht zum erneuten Einzug in den Bundestag gereicht. Das Nachrücken wird übrigens auch über die Listenplätze geregelt.
 
* WK 56: Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland I - unter anderem mit den Ämtern Friesack, Nennhausen und Rhinow;
* WK 58: Oberhavel-Havelland II - unter anderem mit Falkensee und Brieselang;
* WK 61: Potsdam, Potsdam-Mittelmark II, Teltow-Fläming II