Dranse. Das Bürgerhaus in Dranse war am Mittwochabend gut besucht. Nicht nur Parteimitglieder oder -sympathisanten waren beim Stammtisch erschienen, zu dem die CDU-Politiker, der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke und der Landtagsabgeordnete Jan Redmann geladen hatten, auch andere
interessierte Bürger waren gekommen. Zum Beispiel Erhard Nöhmke aus Sewekow. „Kurz vor der Wahl werden die Politiker ja immer wach, mal hören, was sie zu sagen haben“, sagte er. Friederike Halbach und Uz Dinkelmann aus Kuhlmühle wollten an der lockeren Gesprächsrunde ebenfalls teilhaben. Jan Redmann begrüßte die Gäste. „So ein Stammtisch im Bürgerhaus um die Ecke ist die Antwort auf anonyme Facebookkommentare“, begründete er das Zustandekommen der Veranstaltung. Er und Sebastian Steineke seien als Ansprechpartner aus Bundes- und Landes-, Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann und Ortsbeirat Karl Gärtner als jene für die Kommunalpolitik
gekommen. Die Menschen bewegte der Schwerlastverkehr auf den ohnehin schon engen und maroden Straßen. „Wie können wir die Geschwindigkeit der Laster bremsen“, wollte der Sewekower Klaus Robeck wissen. „Die Straßen sind für den Schwerlasttransfer ungeeignet“, antwortete Jörg Gehrmann. Deshalb plädierte er für eine Sperrung für Laster mit Anhängern. Das liege allerdings nicht in seiner Entscheidung. Über Geschwindigkeitsüberschreitungen durch Laster, die Holz nach Heiligengrabe
fahren, wolle er bei Bedarf aber mit der Geschäftsführung von Swiss Krono sprechen. Beim Beispiel, dass Schülerbusse einige Ortschaften gar nicht erst anfahren wollen, entgegnete der Bürgermeister: „Die Transportkosten sind für die Schüler frei, deshalb wird auch nur das Nötigste getan.“ Sebastian Steineke
zeigte sich aber zuversichtlich, dass durch eine baldige Ausfinanzierung des Personennahverkehrs im Kreis Besserung in Sicht sei.
Dass der Bau der geplanten Bundesstraße 189n von Mirow nach Wittstock voranschreiten wird, davon zeigte sich Steineke allerdings nicht überzeugt. „Das Projekt wird von Mecklenburg forciert, aber auch dort passiert nichts“, sagte er. Allerdings passiert auch nichts in Sachen geplanter Radweg entlang
der alten Bahntrasse nach Mirow, wie Uz Dinkelmann monierte. „Die Stadt kämpft für eine vollständige Finanzierung durch den Kreis“, sagte Jörg Gehrmann. Zudem wäre eine einheitliche Unterhaltungsmaschinerie wichtig, in die sich auch Wittstock einbringen könnte. Über den Gestank auf den Feldern eines Landwirts in Berlinchen beschwerten sich viele Bürger. Ursache dafür sei Gülle aus Holland. „Wir wissen nicht mal, was da auf dem Feld ist“, schimpfte Erhard Nöhmke. Um was es sich dabei handelt, das hat die Stadt bereits beim
Kreis angefragt, informierte Jörg Gehrmann. Man erwarte in Kürze Antworten. Die fand Jan Redmann auf die Frage einer Anwohnerin, die sich gegenüber Rundfunbeiträgen (ehemals GEZ-Beiträge) verweigerte, weil sie keinen Rundfunk verfolge. „Sie zahlen auch Steuern, die Ihnen nicht immer einen Nutzen bringen“, sagte er. Zudem verwies er auf die Medienvielfalt, die dadurch ermöglicht werde. Niedrigere Netzentgelte im Erzeugungsgebiet regenerativer Energien forderte Björn Plazikowski aus Flecken Zechlin. Hier suchte Sebastian Steineke beim SPD geführten Bundeswirtschaftsministerium die Verantwortung. Auch plädierte er für eine gerechtere Lastenverteilung bei der Energiewende.