Kleßen. Mobil telefonieren ist in Kleßen Glückssache. Die Gemeinde liegt immer noch im Funkloch. Bürgermeister Joachim Tessenow lässt deshalb keine
Gelegenheit aus, um auf das Problem hinzuweisen und um eine schnelle Lösung einzufordern. Die Unterstützung aller Gemeinden des Amtes Rhinow ist ihm dabei gewiss. Ein Schreiben an Mobilfunkanbieter und Landtagsabgeordnete aus dem Havelland mit der Forderung, für eine
zuverlässige Mobilfunkversorgung in der ländlichen Region um Kleßen zu sorgen, haben alle Bürgermeister des Amtes und der Amtsdirektor unterschrieben. Anfang diesen Jahres schilderte Joachim Tessenow dem
Vorsitzenden des Wirtschaftsausausschuss des Landtages, Ralf Holzschuher (SPD), das Problem bei einem Besuch in Kleßen. Holzschuher versprach dem Bürgermeister, bald zu antworten. Er wolle dann sagen, ob es eine Möglichkeit gibt, das Problem möglichst zügig zu lösen. Holzschuher hat sich gemeldet und
dem Amt Rhinow als zuständige Verwaltung für Kleßen-Görne geantwortet. Auch Holzschuher sieht sich außerstande, Fortschritte in der Sache zu erzielen, ließ Amtsdirektor Jens Aasmann (SPD) jetzt wissen. „Wir bleiben an dem Problem dran“, versichert Jens Aasmann, auch wenn die Mobilfunkanbieter immer noch keine schnelle Lösung in Aussicht stellen und ihre Meinung nicht geändert haben. Um Kleßen-Görne besser an das
Mobilfunknetz anbinden zu können, muss ein neuer Sendemast gesetzt werden. Weil die Region aber dünn besiedelt ist, wird den Anbietern diese Investition zu teuer. Die Telekom hatte zudem immer wieder auf den Naturpark
Westhavelland verwiesen, der den Bau eines Sendemastes skeptisch bewertet habe. Nun hat das Amt Rhinow hat inzwischen wieder angefragt. Man möge mitteilen, wo ein neuer Funkmast aufzustellen wäre. Das Amt Rhinow erklärte sich bereit, in der Region die notwendigen Gespräche zu führen, um den gewünschten Standort im Naturpark zu ermöglichen.
Nun nennt das Unternehmen nur noch „wirtschaftliche Gründe“, weshalb das Funkloch nicht vor 2020 geschlossen werden kann. Die Gemeinden und das
weiter. „Darum sollte sich die Landesregierung mal intensiv kümmern.“ Nicht nur Ralf Holzschuher hat sich mit dem Funkloch in Kleßen befasst. Auch der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke hat versucht Einfluss auf die Mobilfunkanbieter zu nehmen – auch umsonst. In Kleßen wird das Leben im Funkloch mitunter zu einem großen Problem. So ist es schon vorgekommen, dass der Rettungsdienst erst gerufen werden konnte, nachdem ein Festnetztelefon
gefunden war. Handwerker, die in Kleßen arbeiten, müssen sich damit abfinden, dass man sie nicht erreichen kann.