Spaatz. Königliches Gemüse, Frühlingsluft in Stangen, Edelgemüse oder essbares Elfenbein. Genießer huldigen dem Spargel auf die unterschiedlichste
Weise. Gelegenheit dazu haben sie besonders in den kommenden Wochen. Die Spargelsaison hat begonnen. Auf dem Spargelhof Spaatz drei Wochen früher als in den bisherigen Jahren. Möglich wurde der zeitige Erntebeginn,
weil die Reihen mit frühen Spargelsorten erstmals unter Tunnelfolie liegen.
Anfang März kam die weiße Tunnelfolie auf eine zwei Hektar große
Anbaufläche. Sonnenschein und relativ mildes Wetter sorgten bereits nach zwei Wochen für 28 Grad Celsius in den Folientunneln. So wurden auch die Erdwälle wärmer und der Spargel begann in 40 Zentimetern Tiefe aus den Wurzeln zu wachsen. Inzwischen haben die ersten Stangen die Erdwälle durchbrochen und die Saison wurde am Freitag offiziell eröffnet. Vollzogen hat den offiziellen Spargelanstich der stellvertretende Landtagspräsident Dieter Dombrowski gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Sebastian Steinecke und Uwe Feiler (alle CDU). Für Feiler war es ein Heimspiel. Seine Frau Gabriele führt den Familienbetrieb. Sebastian Steineke
war gekommen, weil Spaatz zu seinem Wahlkreis gehört. Spargel geerntet wird in Spaatz in diesem Jahr von insgesamt 6,4 Hektar. Die Arbeit mit Folien sichert dem Hof eine längere Erntezeit. In Brandenburg kritisieren insbesondere Grüne und Naturschutzverbände die Anbaumethode auf großen
Flächen. Folie schade der Natur und der Umwelt, argumentieren die Gegner. „Die Spargelbauern im Land Brandenburg sind auf den Anbau unter Folie angewiesen, damit sie wettbewerbsfähig bleiben“, sagte Sebastian Steineke am Feldrand. Große Windparks, wie der auf der Nauener Platte und riesige
Photovoltaikanlagen in der Landschaft, würden die Umwelt viel mehr belasten, sagt Dieter Dombrowski. „Spargel unter Folie erfordert weniger Unkrautbearbeitung und schont die Erdkruste“, argumentierte Uwe Feiler, während Milane und andere Vögel über das Feld kreisten. Für den CDU-Mann aus Spaatz ein Beweis, dass die Natur auch mit Spargelfeldern unter Folie zurechtkommt. Etwa 250 Kilogramm Spargel haben polnische
Saisonarbeiter gestern auf dem Feld geerntet. Maschinen – Spargelspinnen
genannt – erleichtern ihnen das Auf- und Abdecken der Folie. Auf dem Hof in Spaatz gehört Technik zum Arbeitsalltag. Dafür wurde am Freitag eine vollautomatische Sortiermaschine in Probebetrieb genommen. Bis zu 500 Kilogramm Spargel in einer Stunde sortiert der Automat. Für die Helfer ist das eine große Erleichterung. In der Hauptsaison sind rund 25 Mitarbeiter mit dem Spargel beschäftigt. Gabriele Feiler rechnet mit einer guten Ernte. Verkauft wird der Spargel an Marktständen in Rathenow, Premnitz, Rhinow, Falkensee und Brieselang sowie im Hofladen in Spaatz. Mit Spargel beliefert werden zudem zahlreiche Gaststätten in der Region. Am 24. Juni zu Johanni endet die
Saison mit einem anvisierten Ernteergebnis von insgesamt 35 Tonnen Spargel.