Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
31.03.2017, 08:05 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 31.3.2017 / Celina Aniol

CDU-Politiker wollen Geld für Musikkultur rauslocken
Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender versprachen in Rheinsberg, sich für die Musikakademie und die Kammeroper zu engagieren

Rheinsberg. Zwei Zimmer im neuen Flügel des Kavalierhauses sind so
marode, dass sie gesperrt werden mussten. Die Duschen ebenfalls. Weil dadurch viel weniger Wasser als vorgesehen in den Abfluss gelangt, ist der Kanal nun auch defekt. Brandschutz, verschlissener Bodenbelag und undichte Fenster kommen hinzu. Kurzum: Die Räume, in denen die Gäste von Musikakademie und Kammeroper proben, sind eine Zumutung, an der dringend gearbeitet werden muss – so sehen es der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke aus dem Ruppiner Land und der CDU-Landesvorsitzende Ingo Senftleben. Die beiden Politiker waren am
am Mittwoch für einige Stunden in Rheinsberg, um sich vor allem mit der aktuellen Situation der Musikkultur-Gesellschaft auseinanderzusetzen, die 2014 aus einer Fusion der Musikakademie und der Kammeroper
hervorgegangen ist und sich nach dem Dienstantritt des neuen Geschäftsführers Thomas Falk im vergangenem Sommer neu ausrichtet. „Er geht sein Amt mit extrem viel Elan und vielen neuen Ideen an“, lobt Ingo Senftleben, der Falk schon lange kennt. Steineke hofft, dass die in seinen Augen positive Neuausrichtung der Akademie auch Geld bringen kann – langfristig. Er will die neuen Konzepte, an denen Falk derzeit arbeitet, Bundeskulturministerin Monika Grütters vorstellen, wenn sie reif sind. Steineke hat auch schon ein Gespräch zwischen Falk und Grütters vermittelt. Das Ziel, dass die Bundesakademie vom Bund nicht nur wie bislang projektbezogen mit Barem versorgt wird, sondern eine Dauerförderung bekommt, sei dabei zwar nicht auf Anhieb aufgegangen, sagt Falk. „Bei Politikern gibt es meistens einen Grundreflex der Abwehr, wenn es um Geld
geht.“ Er hofft aber, dass die CDU Spitze ihre Parteikollegin überreden kann, sich noch einmal vor Ort umzuschauen, um ihr den Sinn und die Notwendigkeiten des Geldflusses vor Augen zu führen.
„Monika Grütters sitzt links vor mir in der Bundestagsfraktion.“ Allein dadurch gebe es genug Gelegenheiten, Rheinsberg schmackhaft zu machen, erzählt Steineke augenzwinkernd. Er weiß aber auch, dass er nicht der einzige ist,
der einen Zuschuss rauslocken will. „Bei ihr sitzen jeden Tag 30 Leute, die Geld haben wollen.“ Wenn es dennoch gelingen sollte, dann sicher nicht demnächst, sondern erst, wenn die Musikkultur Erfolge aus der Neuausrichtung vorweist. Das glaubt auch Senftleben. Für ihn steht die Kulturförderung im Moment aber ohnehin nicht auf Platz eins der Forderungen. Er sieht es als wichtiger an, dass der marode Teil des Kavalierhauses so schnell wie möglich saniert wird. Über die zweite Auflage des Sonderinvestitionsprogramms für die preußischen Schlösser (SIP II) mit 400 Millionen Euro gibt es auch Geld dafür – allerdings keine Sicherheit, dass Rheinsberg einen Stück vom Kuchen abbekommt. „Bis vor Kurzem hieß es, dass die Arbeiten am Kavalierhaus 2018 geplant und 2019 ausgeführt
werden“, berichtet Falk. „Jetzt habe ich gehört, dass sich das um Jahre
verschiebt.“ Ob und wann Rheinsberg Geld aus dem SIP II erhält, das steht tatsächlich noch nicht fest, sagt Frank Kallensee von der Stiftung Preußische Schlösser auf MAZ-Anfrage. Der dritte Bauabschnitt am Kavalierhaus habe zwar Chancen, weil die Stiftung vor allem angefangene Projekte beenden will. Aber es gebe dringlichere Projekte wie etwa die Römischen Bäder im Park Sanssouci. „Die sind höchst gefährdet.“ In der Prinzenstadt sei die Situation nicht so dramatisch. Das sieht Senftleben anders. „Rheinsberg hat eine besondere Priorität.“ Zum einen, weil die Stadt eine wichtige Rolle für Brandenburg als touristischer Magnet spielt. Zum anderen, weil das Kavalierhaus für die musikalische Ausbildung dringend benötigt wird – nur so könne die Musikkultur gute Arbeit leisten, und sich dann um Bundesgeld bemühen. Senftleben will sich dafür einsetzen, dass das Kavalierhaus
weit vorn im SIG II-Ranking steht.