Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
27.05.2014, 11:05 Uhr | www.moz.de 26.5.2014

Rheinsberger Wähler mischten kräftig mit

Ostprignitz-Ruppin (mzv) Auf Anhieb haben es die Brandenburgischen Vereinigten Bürgerinitiativen/Freie Wähler (BVB/FW) in den Kreistag geschafft. Am Sonntag heimste sie vor allem bei der Kreistagswahl in Rheinsberg Stimmen ein, wurde dort mit 27,8 Prozent hinter der SPD (32,5 Prozent) mit Abstand zweitstärkste Kraft. Auf den ganzen Kreis gerechnet reichte es zu 4,2 Prozent - und damit zu zwei Sitzen. So zieht nun mit Hans-Georg Rieger ein Rheinsberger in den Kreistag ein, der schon früher als ÖDP-Mitglied ihm angehörte. Mit Frank-Rudi Schwochow stellt die BVB/FW auch den jüngsten Abgeordneten. Schwochow hatte Aufsehen erregt, da er als CDU-Mitglied die Rheinsberger Stadt-Fraktion gespalten und die "Rheinsberger Union" gegründet hat. Darauf, ihn aus der Partei auszuschließen, hatte der CDU-Kreisverband aber verzichtet. Damit haben die Christdemokraten quasi elf Mitglieder im Kreistag. Zehn Sitze - einer mehr als 2008 - hatte die Partei ja über ihre Listen in den vier Wahlkreisen gewonnen und damit die Linksfraktion überholt, die nur auf neun - drei weniger als 2008 - kam. Stärkste Fraktion bleibt die SPD mit elf Sitzen - einer weniger als bei der Wahl zuvor. Erstmals werden zwei Bundestagsabgeordnete Mitglieder des Kreistages sein. Neben Sebastian Steineke (CDU), der als Abgeordneter des Gremiums den Bundestagswahlkreis gewonnen hatte, ist nun auch Dr. Kirsten Tackmann dabei. Die Tierärztin aus Tornow, seit 2005 im Bundestag, holte allerdings nur die drittmeisten Stimmen im Kyritzer Wahlkreis 3 - hinter Gantikower Gymnasiallehrer Thomas Settgast und dem Kyritzer Landtagsabgeordneten Dieter Groß (Linke). Deutlicher Gewinner der Wahl im Neuruppiner Wahlkreis 1 wurde wie vor fünfeinhalb Jahren Wolfgang Freese (Grüne). Mehr als 3000 Stimmen holte sonst keiner. Freese hatte damit großen Anteil daran, dass seine Partei 7,3 Prozent aller Stimmen gewann und damit vier Sitze im Kreistag besetzen konnte. Der Wahlkreis 2, der Rheinsberg, Fehrbellin, Temnitz und Lindow umfasst, war Terrain eines alten Bekannten. Rheinsbergs Ex-Bürgermeister und heutiger Landtagsabgeordneter Manfred Richter (SPD) trat an und holte hinter Freese von allen Bewerbern die zweitmeisten Stimmen. Im Wittstocker Wahlkreis 4 waren am erfolgreichsten die Landtagsabgeordnete Ina Muhß und die Agraringenieurin Sylvia Zienicke, die ihren bisherigen Legislaturen im Kreistag eine weitere hinzufügen können.
Dass das nicht jeder von sich behaupten kann, ist das Schicksal von Politikern, die sich Wahlen stellen müssen. Ralph Bormann, der bislang die bunte Fraktion mit Kreisbauern, Grünen und Brandenburgische Gemeinden Ruppin (BGR) im Kreistag anführte und Vorsitzender des Hauptausschusses war, ist rausgeflogen. Er versuchte es diesmal nicht auf der BGR-Liste, sondern mit Pro Ruppin. Doch diese Gruppierung erhielt nur einen Sitz, den Rosswieta Funk für sich beanspruchen kann. Auch Catleen Förster (Grüne) aus Neuruppin, Bernd Ewert (Linke) aus Zechlinerhütte und Peter Bittermann (SPD) aus Kyritz erhielten nicht genügend Stimmen, um weiterhin Mitglieder im Kreistag zu bleiben. Einer der großen Wahlverlierer ist aber die FDP, die mit 4,3 Prozent wie die BVB zwei Sitze holte, bislang aber vier hatte. Die Plätze werden zudem von neuen Abgeordneten besetzt: Udo Rönnefahrt aus Lindow und Klaus Ribbe aus Wusterhausen. Die bisherigen vier FDP-Kreistagsmitglieder Burkhard Giesa aus Neuruppin, Bert Groche aus Lindow, Axel Herrmann aus Wusterhausen und der Wittstocker Ex-Bürgermeister Lutz Scheidemann - sie scheiterten allesamt.