Lindow (jr) Die Freundschaft zu anderen Städten und Gemeinden wird in Lindow seit Jahren gehegt und gepflegt. Allein mit Harfleur in Frankreich, Jemiolow in Polen, Breznice in Tschechien und dem ungarischen Öreglak besitzt die Stadt vier Partnergemeinden. Die Freundschaft zu Harfleur ist die älteste. Sie existiert bereits seit 50 Jahren. Dazu im Vergleich gerade erst kennen gelernt haben die Lindower die Vertreter der ungarischen Gemeinde Öreglak. Die Partnerschaft gibt es erst seit fünf Jahren. Trotzdem war es Ehrensache, dass auch dies zünftig gefeiert wurde. Zu dem Anlass hatte Dieter Eipel, der Vorsitzende des Vereins Internationale Beziehungen der Stadt Lindow (Mark), Mitglieder und Freunde in das Hotel am Wutzsee
eingeladen. Mit Amtsdirektor Danilo Lieske, der Ortschefin Heidrun Otto (CDU), dem stellvertretenden Landrat Werner Nüse und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steinecke sowie weiteren 15 Mitgliedern des Vereins waren drei Abgesandte aus der ungarischen Partnergemeinde der Einladung gefolgt. Bereits am Freitag waren Bürgermeister Miklos Maczucza, Chef der Feuerwehr, sowie Laszlo Duduka
und Laszlo Kollar, ein Vertreter der Körperschaft, angereist.
In seiner Ansprache würdigte Eipel die Freundschaft zwischen den Gemeinden, die immer wieder durch gegenseitige Besuche belebt werde. Doch dabei ginge es nicht nur um das Kennenlernen, sondern auch um Unterstützung. So haben die Lindower bei ihren Reisen nach Ungarn immer
wieder Geschenke in Form von gespendeter Kleidung, von elektrischen Haushaltsgeräten, aber auch Ausrüstungsgegenstände und Technik für die Feuerwehr dabei. Aus Anlass der fünf Jahre währenden Freundschaft
überreichte Eipel dem Ortschef von Öreglak ein Schild mit einer Inschrift, für das sich Miklos Maczucza im Namen seiner Gemeinde mit einer Vase bedankte. „Die Chemie zwischen uns stimmte auf Anhieb“, erinnerte sich Eipel an die ersten Begegnungen mit den Ungarn. „Ein großer Vorteil war
natürlich, dass Miklos fließend Deutsch sprach.“ Heute kenne man fast das ganze Dorf und dessen Einrichtungen. Und obwohl die von den Lindowern an die Partnergemeinde gespendeten Kleidungsstücke getragen sind, würde die Hilfe gern angenommen. Armut sei dort nach wie vor zu spüren. Nach den Dankesworten von Bürgermeister Maczucza ergriff auch Laszlo Duduka das Wort. Der Feuerwehrhauptmann berichtete, wie seine Wehr mit dem Spreizer und der Schere, die die Lindower ihren ungarischen Freunden gespendet hatten, während einer Übung für Furore sorgte. Eipel gab noch kritisch zu bedenken, dass ein ehrenamtlich geleiteter Verein kaum
Chancen habe, vorhandene Fördermittel von der EU zu bekommen. Deswegen würden auch nur wenige Anträge gestellt, und von diesen wenigen würden dann nur sechs Prozent bewilligt werden. „Wir sind alle Menschen ohne politische Empfindlichkeiten, wir sind Freunde“, erklärte Miklos Maczucza. Amtsdirektor Lieske pflichtete ihm bei und bezeichnete
Europa als „eine Ebene, die Menschen verbindet“. Aber auch der ungarische Wein und das Nationalgetränk Palinka, wie der Obstbrand auf Ungarisch heißt, würden laut Lieske zur Festigung der Freundschaft beitragen. Darauf
dürfen sich die Lindower erneut freuen, denn am Himmelfahrtstag wird wieder eine ungarische Delegation in der Drei-Seen-Stadt erwartet.