Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
23.03.2017, 08:17 Uhr | Ruppiner Anzeiger 23.3.2017 / Daniel Dzienian

Vermieter wollen mehr Gutes tun
Eigentümerverein Haus und Grund unterstützt geplantes Miniaturmodell von Neuruppin und Verschönerung der Alt Ruppiner Badeanstalt / Sprechstunde entlastet Gerichte

Alt Ruppin (dd) Der Eigentümerverein Haus und Grund Ostprignitz-Ruppin will sich künftig stärker in den Städten des Altkreises Ruppin engagieren, in
denen es Mitglieder gibt. Über diese Richtungsentscheidung berichtete der Vorsitzende des Vereins, Ingo Karbe, bei der jährlichen Mitgliederversammlung am Dienstagabend im „Alten Rhin“ in Alt Ruppin. 40 Mitglieder waren gekommen, darunter auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke. Der Verein repräsentiert die Vermieter von 1900 privaten Wohnungen in der Region. Die dort organisierten Immobilienbesitzer haben auch gleich zwei Projekte vorgeschlagen, bei denen sie sich einbringen. „In der Wahrnehmung mancher Leute sind wir immer nur die bösen Vermieter“, meinte Karbe. „Dennoch leisten wir in den Städten schon einen großen Beitrag, dass es dort hübsch ist“, erklärte er. „Nun wollen wir uns auch für die Probleme der
Städte öffnen und noch etwas mehr gemeinnützig tätig werden.“ In einem Gespräch mit Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) kam die Idee auf, der Eigemtümerverein wäre ein idealer Partner, um das geplante Miniatur-Modell der Stadt mitzufinanzieren. Das Objekt soll 2018 auf dem Schulplatz zu sehen sein (RA berichtete). Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 18 000 Euro. „Wir haben beschlossen, dass wir dafür
3 000 Euro zur Verfügung stellen wollen“, verkündete Karbe. Dafür sollen übrigens keine Mitgliederbeiträge verwendet werden. „Wir werden das Geld
irgendwie anders zusammenbekommen“, so der Vorsitzende. „Dieser Beitrag passt jedenfalls zu uns. Wir wollen einfach mehr zeigen, dass wir unsere
Stadt lieben.“
Auf eine gute Ortsgruppe zählt der Verein auch in Alt Ruppin. Dort bat Ortsvorsteherin Heidemarie Ahlers um Unterstützung bei dem Vorhaben, die Badeanstalt und die Halbinsel verschönern zu wollen. Ahlers sprach auch an dem Abend. „Das Projekt Badeanstalt werden wir ebenfalls unterstützen“, meinte Karbe. Vor allem die Alt Ruppiner haben angekündigt, bei einem Arbeitseinsatz Ende April mitzuhelfen. Zudem zog Karbe ein kleines
Zwischenfazit der Arbeit des Vereins nach seiner zehnjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit. „Es war schon eine besondere Versammlung“ so der Hausverwalter. Er zeigte etwa auf, welche Bedeutung die wöchentliche dreistündige Sprechstunde hat, die der Verein anbietet. Allein 2016 wurden
141 Beratungsgespräche geführt. Dabei konnte in 30 bis 40 Fällen Gerichtsstreitigkeiten abgewendet oder zur außergerichtlichen Klärung beigetragen werden. „Die Gerichte können uns dankbar sein“, findet Karbe.
Zudem wollen sich die Eigentümer im Verein künftig ein wenig anders organisieren. „Wir haben zum Jahresende das 279. Mitglied begrüßt und werden sicher bald die 300er Marke knacken“, meint Karbe. Als Reaktion darauf soll künftig noch stärker auf die Ortsgruppen in den Städten gesetzt
werden, in denen der Verein aktiv sind. Dazu gehören im Altkreis Ruppin auch noch Lindow, Rheinsberg, Fehrbellin und einige kleinere Orte. „Auch dort werden wir Projekte überlegen“, so Karbe. „Wir und die Städte, das
passt zusammen wie ein Kopf und ein Hut.“ Überrascht zeigte sich der Vorsitzende auch, dass seine Vorstandskollegen den Landesvorsitzenden
Lars Eichert eingeladen hatten. Der verlieh Ingo Karbe an dem Abend die silberne Ehrennadel des deutschlandweiten Dachverbands für seine Verdienste seit 2005. Damals lag die Zahl der Mitglieder bei gerade einmal 47.