Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
19.05.2014, 10:23 Uhr | MAZ - Kyritzer Tageblatt 19.5.2014 / Andrè Reichel

Neues Forum an der Dosse
Reihe „Wusterhausener Gespräche“ wurde gestartet. Das erste Thema war eines von aktueller Brisanz: die Ukraine-Krise

Wusterhausen – Quo vadis, Europa? Diese Frage, wohin es mit Europa geht, stand so im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde am Donnerstagabend im Alten Laden des Herbst´schen Hauses in Wusterhausen. Eingeladen hatte Bürgermeister Roman Blank (parteilos), der den Podiumsgästen Fragen zur Erweiterungspolitik der Europäischen Union (EU) und zur Außen- und Sicherheitspolitik stellte. „Gerade über die beiden Punkte machen sich die Bürger in ganz Europa und somit auch hier in der Region Sorgen“, sagte Blank. Als Podiumsgäste stellten sich die Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann (Die Linke), Dagmar Ziegler (SPD), Sebastian Steineke (CDU) und General a. D. Harald Kujat zur Verfügung. Für reichlich Gesprächsstoff sorgte die Situation in der Ukraine und die Rolle der EU und Russlands dabei. Kirsten Tackmann findet es beispielsweise falsch, dass die Ukraine sich zwischen der EU oder Russland entscheiden soll. Außerdem sieht sie in der Parteinahme der EU in der Ukraine eine Zuspitzung des dortigen Konfliktes.
Dagmar Ziegler fragte sich, welche Ziele Russlands Präsident Wladimir Putin in dieser Sache verfolgt und meinte, dass die Ukraine zurzeit andere Sorgen habe als über eine Aufnahme in die EU nachzudenken. Harald Kujat hatte als Spezialist in geo-politischen Fragen die Situation klar beschrieben und hob eine „Pufferfunktion“ der Ukraine zwischen der EU und Russland hervor: „Wie würden Sie es aus russischer Sicht sehen, wenn die EU-Außengrenzen direkt bis nach Russland reichen?“ Einen Beitritt der Ukraine in die EU sieht Sebastian Steineke aus vielerlei Gründen nicht als gegeben: „Es gibt klare Aufnahmekriterien, und die sehe ich auch in den nächsten 30 Jahren nicht erfüllt. Außerdem würde Russland sicherlich schon verärgert sein, wenn es nur Gespräche in diese Richtung mit der Ukraine geben würde.“ Von den rund zwei Dutzend interessiert zuhörenden Gästen der ersten Ausgabe der neuen Reihe „Wusterhausener Gespräche“ äußerten sich nur wenige zu Wort. In loser Folge soll es weitere Veranstaltungen dieser Art immer mit interessanten Themen geben, sagte Bürgermeister Blank.