Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
25.02.2017, 12:59 Uhr | Der Prignitzer 25.2.2017 / Renè Hill

„Wird aus Landlust Landfrust?“
Funklöcher, Wolf und Kreisgebietsreform bewegen Groß Pankower Bürger / Meinungsaustausch beim ersten Stammtisch

WOLFSHAGEN Ein Experiment wagten in dieser Woche Groß Pankows Bürgermeister Marco Radloff, der Landtagsabgeordnete Jan Redmann und der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (beide CDU), als sie zum Stammtischgespräch ins Schloss Wolfshagen einluden. Nicht im Netz diskutieren, sondern miteinander und persönlich, begründeten sie ihre Idee. Das Experiment gelang, zahlreiche interessierte Bürger Groß Pankows sprachen ihre Probleme an. „Wird aus Landlust Landfrust?“, fragte eine Bürgerin und fand damit ein Motto, unter das der gesamte Abend in gewisser Weise stand. Sie sah Probleme bei der Rückkehr des Wolfs. „Können wir noch unsere Wanderungen durch die Wälder durchführen? Können unsere Kinder noch unbeschwert in den Wald?“, fragte sie voller Sorge. Dies sollte möglich sein, so Jan Redmann, er wisse von keinem Übergriff des Wolfes
auf Menschen. Dennoch forderte Redmann Kompromisse, die auch den Abschuss der Tiere ermöglichen. Ein weiteres Problem, das jeder an diesem Abend am eigenen Handy sehen konnte, sind die Funklöcher. Hier müsse unbedingt etwas getan werden, waren sich die Anwesenden einig. Da die
Landesregierung auf Anfrage verlauten ließ, dass es keine Funklöcher im Land Brandenburg gäbe, will die CDU-Fraktion im Internet einen „Funklochpranger“ einrichten, wo alle Betroffenen ihr Funkloch eintragen
können. So eine Karte könnte die Grundlage für den Netzausbau bilden. Kritisch angesprochen wurde die Bus-Anbindung der Ortsteile von Groß Pankow. Bürgermeister Marco Radloff wies diese Kritik als überholt zurück.
Seit dem Fahrplanwechsel im November gebe es deutliche Verbesserungen,
so fahren auch Busse in den Ferien. Er bat darum, dass sich die Bürger über
Veränderungen informieren bzw. ihn noch einmal direkt auf einzelne Probleme ansprechen. Thema war auch die Kreisgebietsreform. Viele der Anwesenden befürchten, dass ihre Probleme mit der Reform noch größer
werden. Diese Reform ist nicht gewollt, lautet der Tenor in dieser Runde.
Hans Groenewegen machte seinem Frust Luft, als er sagte: „Ich bin so sauer. Ich habe eine der beiden regierenden Parteien gewählt, bin auch deren Mitglied. Aber ich fühle mich nicht mehr vertreten. Deshalb habe ich bei der Volksinitiative gern unterschrieben, und werde es auch in Zukunft tun“. Natürlich wollten die Bürger wissen, welche Alternativen man in der Opposition sieht, wie sie handeln würden. Jan Redmann sieht die Zukunft in Kooperationen, wie es teilweise schon im Kleinen funktioniert, statt in Zwangsfusionen. So wäre es denkbar, dass Spezialbehörden, wie zum Beispiel der Denkmalschutz oder der Immissionsschutz bzw. generell die unteren Landesbehörden, die bei den Landkreisen angesiedelt sind, zentral an einem Standort für beide Kreise agieren. Die politische Infrastruktur müsse erhalten bleiben. Sitzen jetzt in beiden Kreistagen jeweils 46 Abgeordnete, werden es nach einer Fusion nur noch um die 50 sein. Werden die Gemeinden dann noch richtig vertreten, oder dreht sich alles nur noch um die größeren Städte?, lautet die bange Frage.
Bürgermeister Marco Radloff brachte es auf den Punkt: „Wenn zwei Kranke in ein Bett gelegt werden, entsteht daraus kein Gesunder.“ Renè Hill