Meyenburg. Die jüngsten Äußerungen von Meyenburgs Bürgermeister Falko Krassowski und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke zum Projekt „Generationengerechtes Quartier Meyenburg“ will Amtsdirektor
Matthias Habermann nicht unkommentiert lassen. Bekanntlich arbeiten seit gut drei Jahren die Amtsverwaltung Meyenburg, der DRK-Kreisverband
Prignitz und die Stephanus Wohnen und Pflege an dem gemeinsamen
Projekt. Krassowski und Steineke hatten moniert, dass es für die Umsetzung
des Wohnprojektes, bei dem es um das Zusammenleben von Jungen und Alten in einem Wohnviertel geht und pflegebedürftige Personen je nach Bedarf alle Angebote vor Ort erhalten, keine finanzielle Förderung vom
Land gebe. Dabei sei in vielen Beratungen ein anderer Eindruck vermittelt worden. Steineke hat nun eine Landtagsinitiative angeschoben (die MAZ berichtete). „Die Aussage, dass es keine Förderung vom Land geben wird,
würde ich so nicht stehen lassen wollen“, sagte nun Amtsdirektor
Habermann. Das Projektteam habe Anfang des Jahres einen Termin bei Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen gehabt. Ja, sie habe gesagt, dass es keine Förderprogramme für Altenheime gebe, bestätigte Habermann. Allerdings habe sich bekanntlich das Amt Meyenburg mit der Quartiers-Idee über den Stadt-Umland-Wettbewerb (SUW) um Fördermittel beim Infrastrukturministerium beworben. „Aber nur mit einem Teil des Projektes“,
erklärte der Amtsdirektor. Das war grob mit mehr als zehn Millionen Euro veranschlagt. So viel Geld könne weder die Stadt noch das Amt Meyenburg aufbringen. „Das Verfahren ist etwas schwierig, weil es über die Kommune
laufen muss.“ Im Rahmen des SUW könnte aber zumindest eine neue Nutzung brachliegender Flächen oder ganz sowie teilweise leerstehender Gebäude gefördert werden. So könnten etwa die Erschließung der Fläche oder ein Umbau des Clubhauses der Vereine als Teil des Konzeptes finanziell unterstützt werden. „Ein Neubau passt da leider nicht hinein“, so Habermann.
Bereits im vergangenen Jahr habe das Projektteam mit Vertretern der Amtsverwaltung, des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Prignitz, und der Stephanus Wohnen und Pflege einen Termin bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gehabt. „Wenn wir wissen, was wir wollen, bekommen wir einen Termin beim Ministerium“, berichtete der Verwaltungschef. Er rechnet für Ende des ersten Halbjahres mit einem Termin. Habermann setzt dabei auch weiterhin auf die Unterstützung des Sozialministeriums: „Staatssekretärin Hartwig-Tiedt kann kein Geld zusagen. Alles andere will sie
möglich machen“, betonte er. Politisch gesehen sei man „voll auf einer Linie“.
Der Grundgedanke des Projektes sei von Anfang an gewesen, Altenpflege zu sozial verträglichen Preisen anzubieten. Nun müsse man die Schnittmenge
finden zwischen dem, was die Allgemeinheit finanziell stemmen kann und dem, was die beiden Unternehmen wollen.