Betteln um Azubis Meyenburger Möbelwerk beklagte beim Politikerbesuch Fachkräfte- und Nachwuchsmangel
Meyenburg – „11 987“ ist die Lieferantennummer für die Meyenburger Möbel GmbH. Und wer beim Kauf einer Kommode des schwedischen Möbelriesen gründlich den Packzettel liest, kann gezielt ein Produkt aus seiner Region erwerben. Das Meyenburger Möbelwerk ist mit 430 festen Mitarbeitern nicht nur einer der größten Arbeitgeber in der Prignitz, sondern auch einer der modernsten. Bei der Fertigung der Möbelteile ist Hightech fast die Regel. Umso verwunderlicher ist es, dass – wie viele andere Unternehmen – auch das Möbelwerk Probleme hat, geeigneten Nachwuchs zu finden. Geschäftsführer Dietmar Gornig und Gesellschafter Gerd Holtkamp tauschten sich dazu gestern mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke und dem CDU-Landtagskandidaten Jan Redmann aus.
Vor 15 Jahren habe sich das Unternehmen darauf eingestellt, selbst auszubilden, so Gornig. „In den letzten fünf Jahren wurde es immer schwieriger, Abiturienten für die Ingenieursausbildung zu finden.“ In Meyenburg werden neben Holzmechanikern auch Ingenieure für Holztechnik (Dual) und Industriekaufleute ausgebildet. Derzeit erlernen vier Azubis den Beruf des Holzmechanikers. Gornig kritisierte hart die Jobbörsen, bei denen sich regionale Firmen teils mit riesigem Aufwand als Ausbildungsbetriebe präsentieren: "Das ergibt ein hätten viele noch gar keine konkreten Vorstellungen davon, was sie einmal machen wollen. „Das Einzige, was man immer wieder hört, ist, dass sie völlig falsches Bild, wenn wir dort um die Gunst der Jugendlichen geradezu betteln.“ Dabei erst mal weg wollen, um sich die Welt anzusehen“, meinte auch Holtkamp. Laut Gornig habe es auch schon Zeiten gegeben, da wurden die gerade ausgebildeten jungen Leute mit einer Geldprämie in die alten Bundesländer gelockt. Ähnliche Probleme haben laut Gornig auch das Zahnradwerk in Pritzwalk und Krono in Heiligengrabe. Der Geschäftsführer schlug vor, vielleicht einen finanziellen Anreiz zu schaffen, damit die jungen Leute in der Region bleiben. Zunächst einmal sollte die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben intensiviert werden, meinte Redmann: „Schüler sind es gar nicht mehr gewöhnt, dass sie selber aktiv werden müssen.“ Auch in Sachen Energiewende übtewenn das Möbelwerk in München stehen würde, das haben Gornig Kritik: „Wir zahlen hier das Doppelte an Durchleitungsgebühren für Ökostrom, als wir genau geprüft.“ Allerdings sei das Möbelwerk als Furnierverarbeiter teilweise von der Umlage durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) befreit.
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