Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
24.01.2017, 08:14 Uhr | Ruppiner Anzeiger 24.1.2017 / Christian Schönberg

Direktmandat wird wieder Pflicht
Neuruppiner Bundestagsabgeordneter Sebastian Steineke steht bei der Wahl im September auf siebtem Landeslistenplatz

Ostprignitz-Ruppin (crs) Der Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete
Sebastian Steineke wird bei der Bundestagswahl am 24. September sein Direktmandat wieder gewinnen müssen, um erneut in den Bundestag
einzuziehen. Auf der Landesliste nimmt er den – eher hinteren – siebten Platz ein. Sie war am Freitag von der Landesvertreterversammlung beschlossen
worden. Zuvor hatte sich der Landesvorstand für diese Liste entschieden, die Michael Stübgen, seit 1990 Bundestagsmitglied, anführt (RA berichtete). Bislang sind von der Brandenburger Landesliste einer großen Partei zuletzt nicht mehr als die ersten sechs Kandidaten in den Bundestag eingezogen. Bei der Wahl 2009, als die CDU ein Direktmandat im Land holte, waren es die ersten vier Listen-Kandidaten. 2013 spielte die Landesliste keine Rolle, da die Brandenburger Christdemokraten es schafften, fast alle Direktmandate zu gewinnen; nur im Wahlkreis, in dem Frank-Walter Steinmeier (SPD) antrat, nicht.
Steineke hatte 2013 die Wahl mit 33,5 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 56 gewonnen – gegen die erfahrenen Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann (Linke) und Dagmar Ziegler (SPD). Alle anderen Direktkandidaten hatten maximal 2,8 Prozent der Stimmen geholt. Inwiefern sich sein Ergebnis wiederholen lässt, ist eine spannende Frage. Die wichtigsten Wahlkampf-Gegner Steinekes bei Linkspartei und SPD sind die gleichen wie 2013. Mit ausschlaggebend für den Erfolg dürfte aber auch das Abschneiden der AfD sein, die mit Michael Nehls aus Zechlinerhütte um das Direktmandat kämpft. Sie spricht ebenso das konservative Wähler-Klientel an und hatte 2013 noch keinen Direktkandidaten nominiert. Auch Brandenburgs Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler (BVB/FW) wollen mitmischen. Deren Fraktionsvorsitzender im Kreistag ist CDU Mitglied Frank-Rudi Schwochow. Einen Kandidaten fürs Direktmandat im Wahlkreis 56 haben BVB/FW noch nicht nominiert. Anders als Steineke hat Kirsten Tackmann aus dem Wusterhausener Ortsteil Tornow einen sicheren Listenplatz inne: Bereits im November ist sie einstimmig von ihrer Partei erstmals auf Platz eins gewählt worden und damit Spitzenkandidatin der Landespartei im Bundestagswahlkampf. Die SPD stellt ihre Landesliste erst im Mai zusammen. Die Perlebergerin Dagmar Ziegler hat beste Aussichten, ebenfalls auf Platz eins zu landen. 2013 hatte sie Rang zwei inne. Vor ihr war nur Frank-Walter Steinmeier, der aber aller Voraussicht nach am 12. Februar zum Bundespräsidenten gewählt wird und damit nicht wieder antritt.