Herr Steineke, Sie haben zwei Tage als Praktikant bei der Ruppiner Tafel gearbeitet. Was war Ihre Motivation dafür?
Ich kenne die Neuruppiner Tafel durch die Aktion „Schulstart – gleiche Chancen für alle“, für die ich mich einsetze und die ich jedes Jahr durch Spenden unterstütze. Daraus ist Wunsch entstanden, die Arbeit der Tafel näher kennen zu lernen und selbst einen Einblick zu bekommen. Und dafür ist ein Praktikum der geeignete Rahmen.
Was haben Sie als Praktikant gelernt?
Mir war wichtig, alle Bereiche kennen zu lernen und dadurch den Ablauf besser zu verstehen. Nach einem Arbeitstag konnte ich gut nachvollziehen, wie zum
Beispiel die Logistik geplant werden muss, um alle Lebensmittelspenden
innerhalb der geplanten Zeit abzuholen und die Ausgaben zu koordinieren.
Außerdem unterschätzt man sehr leicht die körperlichen Anstrengungen – vor allem beim Ausladen des Transporters und beim Sortieren der Lebensmittel.
Rückenschonend ist die Arbeit auf keinen Fall.
Was sollte die Politik auf Grundlage Ihrer gemachten Erfahrungen künftig ändern, um bedürftigen Personen zu helfen?
Wir müssen jetzt die Weichen richtig stellen, damit das Problem der drohenden Altersarmut gelöst wird. Daran arbeitet die Bundesregierung bereits. Außerdem
benötigen Alleinerziehende die notwendige Unterstützung, um Arbeit und Kinder
besser unter einen Hut zu bekommen. Ich habe auch festgestellt, dass die staatlichen Leistungen nicht allen bekannt sind, die sie in Anspruch nehmen
könnten. Beispielsweise aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Hier muss man noch mehr Aufklärung leisten.
Wollen Sie konkrete Initiativen ergreifen?
Bei der Neuruppiner Tafel gibt es in absehbarer Zeit Bedarf, ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Der jetzige Transporter kommt allmählich in die Jahre. Auch in die technische Ausstattung müsste investiert werden, beispielsweise in einen neuen Herd. Die Informationen nehme ich auf jeden Fall mit und werde mich gerne für die nötige Unterstützung einsetzen.