WITTENBERGE Sie sind schon von Weitem in ihrem typischen Blau zu:Lkws, Ladekran und auch ein Boot und die Mitglieder des THW Ortsverbandes
Wittenberge stehen am Sonnabendvormittag vor dem Rathaus. Nein, es ist kein Katastropheneinsatz, sondern ein schöner Anlass. Der Ortsverband
Wittenberge feiert sein 25-jähriges Bestehen und präsentiert zugleich einen Großteil seiner Technik. Insgesamt stehen den derzeit etwas über 50 Mitgliedern,wovon rund 35 aktive Helfer sind, neun große Lkw, mit Ladekran und drei Boote zur Verfügung. Am 30. November 1991 gründet sich der THW Ortsverband Wittenberge im Sitzungssaal des Rathauses. Genau dahin kehren die Mitglieder 25 Jahre später am Sonnabend zurück. Roberto Brehme, der seit 1995 Mitglied und seit 2001 der Ortsbeauftragte ist, lässt die Jahre Revue passieren. Die erste Unterkunft ist die alte Feuerwehrwache auf dem Gelände der alten Ölmühle, „gemeinsam mit dem Landkreis haben wir ein neues Objekt gesucht und in Cumlosen gefunden“, erinnert Brehme. Das Gebäude wird derzeit umgebaut und soll noch im Dezember fertig werden. Die Technik wurde in den vergangenen Jahren nach und nach erneuert, aber „wir haben auch noch ein Fahrzeug, das 25 Jahre alt ist“, sagt Birka Eschrich, die am Sonnabend zur Ortsbeauftragten ernannt wird, da sich Roberto Brehme etwas zurückziehen möchte. Der Dank aller galt dem bisherigen Ortsbeauftragten. „Roberto wird mir ja noch zur Seite stehen. Ich gebe den Dank aber auch an die Jungs und Mädels weiter. Ich kann mich auf sie verlassen, ohne sie hätte ich das Amt nicht übernommen“, betont Birka Eschrich.
„Es geht nicht nur um Wittenberge, es geht um die Region. Zivil- und Katastrophenschutz ist die Hauptaufgabe, da sei nur an das Hochwasser 2013 erinnert. Das hat gezeigt, wie wichtig die Einrichtung THW ist. Aber es sind auch viele kleine Sachen, ohne die das gemeindliche Leben gar nicht
stattfinden würde, wenn es das THW nicht geben würde, wie zum Beispiel beim Elbebadetag“, sagt Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann und dankt dem Ortsverband für sein Engagement. Die größten Einsätze hatten die
Wittenberger THWler bei den Hochwassern 1997 an der Oder und natürlich hier 2002, 2003, 2006, 2011 und 2013, die Gasexplosionen 1995 in Neuruppin und 2009 in Wittenberge und Weihnachten 2010 zur Unterstützung der Feuerwehren
aufgrund der massiven Schneelasten. Übungen sollen zur Motivation
beitragen und den Umgang mit der Technik schulen. Alle 14 Tage samstags geht es zur Ausbildung nach Cumlosen. „120 Stunden im Jahr sollte jeder haben. Wir sind permanent unterbesetzt, wir haben eine Sollzahl von 80“, weiß
Birka Eschrich. Aber es sei schwierig, Nachwuchs zu gewinnen. Die derzeitigen sechs Jugendlichen werden zu den Ausbildungsstunden immer
abgeholt und zurückgebracht. Alle Gratulanten betonen immer wieder, wie wichtig die Zusammenarbeit mit dem THW, der Stadt, dem Landkreis und den anderen Hilfsorganisationen, wie natürlich den Feuerwehren, ist. Und auf
Ebene der Bundespolitik habe man in den vergangenen Jahren die Notwendigkeit erkannt, das THW besser auszustatten. Bundesprogramme, um die Liegenschaften ausbauen zu können, zur Ausbildungsförderung und
Fahrzeuganschaffung, wie die beiden Bundestagsabgeordneten Dagmar Ziegler (SPD) und Sebastian Steineke (CDU) anführten.„ 100 Millionen für das
bundesweite Fahrzeug-Programm in den nächsten Jahren sind gut. Die Technik ist nicht für das THW, sondern für die, die unsere Hilfe brauchen“, sagt Manfred Metzger, Landesbeauftragter für Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Martina Kasprzak