Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
26.11.2016, 11:53 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 26.11.2016 / Andreas Vogel

Heftige Kritik an Plänen des Kreises
Verwaltung will neue Mikrofonanlage und bessere Akustik

Neuruppin. Als „gnadenlose Fehlinvestition“ hat CDU-Fraktionschef Sebastian Steineke zwei Projekte der Kreisverwaltung in Neuruppin bezeichnet. So soll für 30 000 Euro die Akustik im Sitzungssaal in der Virchowstraße verbessert werden. Darüber hinaus sind weitere 25 000 Euro für eine neue Mikrofonanlage
vorgesehen, die die Sitzungsgespräche auch gleich für das Protokoll aufzeichnen kann. „Wir nutzen den Raum seit mehr als 20 Jahren und haben
bisher auch keine raumakustische Veränderung gebraucht“, sagte Steineke am Donnerstagabend im Kreisauschuss. Zudem kritisierte der Abgeordnete, dass
dadurch mit einem Schlag 55 000 Euro ausgegeben werden, die nicht im Haushaltsplan vorgesehen waren. „Das finde ich sehr grenzwertig.“ Landrat Ralf Reinhardt (SPD) war überrascht von der heftigen Kritik und verteidigte die Ausgaben. Die neue Tonanlage sei notwendig, weil die bisherige mehr als 20 Jahre alt und defekt sei. „Die Anlage lässt sich nicht mehr reparieren“, sagte Reinhardt. Die neue sei zudem mobil und könne damit ebenfalls in anderen
Räumen eingesetzt werden. Der Landrat räumte ein, dass auch er von den Kosten für eine bessere Akustik im Sitzungssaal in der Virchowstraße überrascht wurde.
Doch sei es eben mit dem Aufhängen von ein paar Teppichen an den Wänden für eine bessere Akustik in dem Raum nicht getan. Zudem handele es sich um
ein denkmalgeschütztes Gebäude. Deshalb hat der Kreis einen Fachingenieur zu Rate gezogen, der den schmuckvoll mit Holz vertäfelten Sitzungssaal mehrfach untersucht hat. Über die schlechte Akustik in dem Raum war in der Vergangenheit mehrfach geklagt worden, auch von Abgeordneten, beispielsweise von Helmut Kolar von der bunten Fraktion aus Bauern, Freie Wähler und FDP. Denn wenn Fachausschüsse in dem Sitzungssaal in der Virchowstraße tagen, wird dort die Mikrofonanlage zumeist nicht aufgebaut. Die Anlage kommt in der Regel in dem Raum nur zum Einsatz, wenn der Kreis- und Finanzausschuss tagt. Weil es sich um zwei Projekte handelt, die jeweils weniger als 50 000 Euro kosten, müssen die
Kreistagsabgeordneten nicht darüber befinden. Sie müssen lediglich darüber informiert werden. Landrat Reinhardt versprach am Donnerstag, dass die
Erläuterungen für die beiden Investitionen bis zum Kreistag am 8. Dezember präzisiert werden sollen.