Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
24.07.2016, 11:20 Uhr | BRAWO 24.7.2016 / Wolfgang Balzer

Positive Tourismusentwicklung mit Klemmpunkten
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke informierte sich bei Ines Kias und Heiko Wasser

Ribbeck. Konnte im Tourismus der Havelregion die „Jahrhundertchance“ der vorjährigen Bundesgartenschau nachhaltig genutzt werde? Eine Frage, über die sich am Dienstag Sebastian Steineke (CDU), Mitglied des Bundestages, auf seiner Sommertour bei Ines Kias, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes
Havelland, und Frank Wasser, Geschäftsführer des Schlosses in Ribbeck, direkt vor Ort informierte. Nicht ohne Stolz konnte Ines Kias bilanzieren, dass im vergangenen Buga-Jahr 1,1 Millionen Übernachtungen gezählt wurden und sich auch in den ersten Monaten diesbezüglich eine positive Tendenz abzeichnet. Einen Ausblick auf das Jahresergebnis 2016 wollte sie nicht wagen. Es sei festzustellen, dass die Buchungsanfragen immer kurzfristiger gestellt werden. Die Stimmung bei den touristischen Unternehmen sei jedenfalls „sehr, sehr optimistisch“, meinte sie. Was den Wassertourismus
anbetrifft, konnte die Geschäftsführerin neben der Zunahme des privaten Bootstourismus feststellen, „dass die Havel immer bunter werde“ und nannte die deutliche Zunahme der Anzahl Bungalow-Boote mit ihrer fast Komplettausstattung und der Havel-Flöße, deren Besatzungen eher mit Campingniveau ein bisschen das Abenteuer suchend die Havel bevölkern. Dass der Radtourismus in unserer Havelregion nicht nur beliebt ist, sondern auch weiter wächst, ist eine bekannte Tatsache. Nun kommt ein weiterer Zweig hinzu, wie Ines Kias informierte. Es gebe zunehmend
Nachfragen nach Wanderrouten, beispielsweise nach Möglichkeiten des Flusswanderns. „Wir werden zwar nur einige kleine Wandernetze gestalten, die aber gut“, meinte sie. Sebastian Steineke interessierten auch die Beweggründe für die touristischen Besuche mit immerhin jährlich fast einer Million Übernachtungen. Vor allem die Weite der Landschaft, die Natur und das Wasser ziehe die Besucher ins Havelland, betonte Ines Kias und Frank Wasser nannte ergänzend die vielgestaltige Kultur mit mehr als 50 Museen in der Reiseregion, die rund 1 200 überregionalen Veranstaltungen, die Schlösser und Gärten. Also alles bestens?
Da gibt es wohl noch einige Verbesserungsmöglichkeiten, wenn man den Informationen von Ines Kias folgt. So bei der Servicequalität, hierbei „könne
man noch eine Schippe drauflegen“, hat sie festgestellt. Auch was die Einkaufsmöglichkeiten für Wassertouristen, besonders in den kleineren Orten, betrifft, gebe es Nachholbedarf. Ferner sei das Wassertankstellennetz
unzureichend. Wassertouristen wünschten sich eine umfangreichere
Beschilderung der Fernund Nahziele, sagte sie. Das sei aber sehr kompliziert und nur mit sehr viel Aufwand zu realisieren. Das Wasser- und Schifffahrtsamt
erteile nur die Genehmigungen, aber wer baue die Informationsschilder auf, wer
pflege sie? Das sei eine Aufgabe aller, die sich der touristischen Entwicklung verschrieben haben. Dem Bundestagsabgeordneten gab die Geschäftsführerin
mit auf dem Weg, dass es im Tourismus verlässlicher Strukturen bedarf. Wenn beispielsweise auf der Route nur eine Schleuse aus angeblich finanziellen Gründen nicht funktioniere, gehe an dieser Stelle „der Tourismus schnell den Bach runter“. In seinem Fazit lobte Steineke nicht nur den nach der Buga gut genutzten Schwung für die touristische Entwicklung, sondern auch die Zusammenarbeit
über regionale Grenzen hinaus.