Sebastian Steineke. Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
23.07.2016, 11:15 Uhr | Wochenspiegel OPR 23.7.2016 / Ivo Haase
Vertrauen, Würde, Anonymität und Regionalität seit sieben Jahren sorgt „schulstart“ dafür, dass auch benachteiligte Familien den schulstart ihrer kinder ohne sorgen begehen können
• Neuruppin Seit sieben Jahren sorgt das Projekt „Schulstart“ dafür, dass auch Familien, die auf die Neuruppiner Tafel angewiesen oder als Geflüchtete zu uns gekommen sind, den Schulanfang ihrer Kinder ohne finanzielle Sorgen und mit Freude begegnen können. Auch in diesem Jahr war das Gemeinschaftsprojekt aus AWO OPR, Neuruppiner Tafel, Übergangswohnheim, Lions Club Neuruppin, Wirtschaftsjunioren OPR und der PeHa GmbH erfolgreich und konnte ausreichend Spenden für die benötigten 51 Schulranzen-Sets und 383 Gutscheine für Schulmaterialien sammeln. Dafür waren insgesamt 27.000 € an Spenden nötig. Das Projekt finanziert sich überwiegend durch Dauerspenden, profitiert aber auch von einmaligen Aktionen, z. B. „Schulstart-Brot“ sowie von Spendensammlungen anlässlich von Firmenjubiläen und Geburtstagen. Ziel ist es in jedem Projektjahr, allen bedürftigen Kindern (bis zur 10. Klasse), den jährlichen Kauf einer Grundausstattung an Schulbedarf zu ermöglichen. Der jährliche Bedarf an Unterstützung wird vom Team der Neuruppiner Tafel bzw. seit 2014 auch von den Sozialarbeiterinnen des Übergangswohnheims in Treskow für den gesamten Landkreis OPR ermittelt. „Für die Kinder und deren Familien, die zu den Einkommensarmen in unserer Gesellschaft zählen, ist dieses Projekt eine riesige Unterstützung“, so Gabriela Manthei, Leiterin der Neuruppiner Tafel. Für jedes Kind bekommen die Familien einen Gutschein in Höhe von 50 € für Schulmaterialien. Alle Kinder, die eingeschult werden, bekommen zusätzlich ein Schulranzen-Set im Wert von ca. 150 €. Bei den Kindern, die durch Flucht nach Deutschland gekommen sind, soll die Unterstützung durch „Schulstart“ zusätzlich ein Zeichen des Willkommens sein und ihnen sowie ihren Familien zeigen, dass sie zu uns gehören und unsere Solidarität haben.
"Der Schulstart ist auch für diese Kinder etwas ganz Besonderes, und ein neuer, eigener Schulranzen steigert die Vorfreude auf die Schule umso mehr“, so Franziska Seidel, Sozialarbeiterin im Übergangswohnheim Treskow. Dabei verzichtet „Schulstart“ auf Antragsverfahren, unnötige Bürokratie und Verwendungsnachweise (der einzige Nachweis ist der Gutschein). Das spart Ressourcen, senkt die Hemmschwelle für die Mitglieder der Zielgruppen und respektiert die Würde der betroffenen Menschen. Seit Projektstart im Jahr 2010 profitierten so über 600 Kinder und deren Familien der Neuruppiner Tafel und seit 2014 fast 400 Kinder und deren Familien, die als Geflüchtete in unseren Landkreis gekommen sind. Die große Bedeutung des Projektes zeigt sich auch in der Unterstützung zahlreicher Politiker. „Ich unterstütze das Projekt, weil jedes Kind in unserem Land die gleichen Bildungsmöglichkeiten erhalten muss. Niemand sollte aufgrund seiner Herkunft oder sozialen Situation benachteiligt werden“, meint Sebastian Steineke (CDU, MdB) und Dagmar Ziegler (SPD, MdB) ist überzeugt: „Das Gemeinschaftsprojekt ‚Schulstart – Gleiche Chancen für alle!‘ leistet einen großartigen Beitrag zur Integration der Flüchtlingskinder in unserem Landkreis!“ Ein gro- ßer Gewinn für das Projekt war die Teilnahme am Wettbewerb „startsocial“. Das Beratungsangebot von „startsocial“ hat „Schulstart“ in den Bereichen „Struktur“, „Finanzierung“ und „Wirkung“ entscheidend vorangebracht. Außerdem gehörte „Schulstart“ zu den ersten vier Projekten, die vom Verein „Neue Heimat in Brandenburg e. V.“ unterstützt wurden. Die wohl schönste Geschichte ist, dass der Vater eines Jungen, der als erster Geflüchteter einen Schulranzen erhalten hat, auf Vermittlung von „Schulstart“, inzwischen eine Arbeit bei einem Projektpartner gefunden hat. Bei allen Aktivitäten wird „Schulstart“ durch die Grundwerte: Vertrauen, d. h. die Auswahl der Spendenempfänger obliegt ausschließlich der Neuruppiner Tafel bzw. den Sozialarbeiterinnen im Übergangswohnheim; Würde, d. h. Gutscheine statt Sachspenden, Regionalität, d. h. die Schulranzen-Sets und die Gutscheine werden regional gekauft und Anonymität, d. h. keine bildhafte Darstellung der Spendenempfänger in den Medien getragen. Für die Zukunft haben sich die Projektmacher vorgenommen, das Projekt auf andere Regionen auszudehnen, die Online-Spendenplattform „betterplace“ verstärkt zu nutzen und mit Hilfe des „Social Standard Report“ einen jährlichen Bericht zu erstellen.
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