Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
02.07.2016, 16:40 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 2.7.2016 / Reyk Grunow

Neuruppin: CDU ist sauer über Streit um Zuschuss

Neuruppin. Die Diskussion über die Zuschüsse der Bundeskulturstiftung für das Museum in Neuruppin sorgt auch bei Stadtverordneten für Irritation. Die Fraktion von CDU und FDP wirbt jetzt intensiv dafür, dass Neuruppin das Geld des Bundes unbedingt annehmen sollte. Der Hauptausschuss hätte den
Zuschuss für das Museum in dieser Woche beinahe abgelehnt (die MAZ berichtete). Und das, obwohl die Kulturstiftung der Fontanestadt eine Fördersumme in Aussicht stellt, die von anderen Einrichtungen in dieser Höhe kaum zu bekommen ist. Konkret geht es um ein Projekt mit dem Titel „Stadtgefährten“, das Menschen mit der Heimatgeschichte vertraut machen
soll, die dazu bisher erst wenig Kontakt hatten. Bis 2018 stellt die Kulturstiftung
dafür bis zu 147 000 Euro in Aussicht. Die Stadt müsste nur 38 000 Euro zahlen. Siegfried Pieper (SPD) sah das Projekt im Hauptausschuss kritisch,
weil er angeblich die Zahlen aus dem Rathaus nicht nachvollziehen konnte. Der Linken-Abgeordnete Siegfried Wittkopf war dagegen, weil es sich auch an Flüchtlinge richtet. Für ihn sind sie nur vorgeschoben: Die Flüchtlinge hätten
ganz andere Sorgen, als sich mit der Geschichte Neuruppins zu beschäftigen,
sagt er. Bürgermeister Jens-Peter Golde hat den Ausschuss schließlich überzeugt, das Projekt nicht abzulehnen, sondern den Beschluss der
Stadtverordnetenversammlung zu überlassen.
CDU-Fraktionschef Heinz Stawitzki ist entsetzt.: „Mit dieser hohen Förderung verbunden sind große Chancen für die weitere Entwicklung des Museums.“ Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke ist sauer. Er wirbt seit Jahren bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters intensiv für Neuruppin. Steineke: „Bereits die jetzige Diskussion wird in Berlin selbstverständlich wahrgenommen und beschädigt unsere Bemühungen. Die Absage an die Förderung wäre ein kaum wieder gutzumachender Imageschaden.“ Ganz
besonders mit Blick auf das große Fontane-Festjahr 2019, bei dem Neuruppin deutschlandweit eine herausragende Rolle spielen soll. Die Stadtverordneten entscheiden am Montag, 11. Juli.