Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
06.07.2016, 15:41 Uhr | Ruppiner Anzeiger 6.7.2016 / Daniel Dzienian

Fördermittel-Geber bereits irritiert
Neuruppins Bürgermeister hofft auf Wohlwollen des Stadtparlaments zu Museumsprojekt

Neuruppin (RA) Im Zwist um Fördermittel für das Neuruppiner Museum hofft Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin), die Wogen noch glätten zu können. Bei der Kulturstiftung des Bundes, also dem Geldgeber, sorgt die Reaktion von Neuruppiner Stadtverordneten derweil für Verwunderung. „Wir werden alle Fragen am Montag bei der Stadtverordnetenversammlung
beantworten können“, sicherte der Bürgermeister am Dienstag zu. Neuruppin hat von der Kulturstiftung des Bundes – einer der wichtigsten Fördermittelstellen des Landes – 147 800 Euro bewilligt bekommen. Damit soll das Museum ein Projekt mit dem Titel „Durch_einander. Stadtdialog Neuruppin“
umsetzen. Dadurch soll das Museum stärker mit der Bevölkerung und mit Geflüchteten in Kontakt gebracht werden. Als Eigenmittel müssen 38 600 Euro aufgewendet werden. Hierbei sind bereits kirchliche Trägervereine wie Esta
Ruppin und der Förderverein des Museums beteiligt. Der Haushalt würde mit nur rund 15 000 Euro bis 2018 belastet.
Weil das Projekt weder im Kulturbeirat noch im Kultur- und Sozialausschuss beraten wurde, stellten sich einige Stadtverordnete beim jüngsten Haupt- und
Finanzausschuss quer. Am Wochenende entbrannte eine Debatte zwischen dem CDU-Stadtverordneten Sebastian Steineke und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Nico Ruhle im sozialen Netzwerk Facebook. Steineke forderte eine Zustimmung zum Projekt, obwohl sich seine Fraktion im Ausschuss noch zurückhaltend zeigte. Ruhle kritisierte, der CDU müssten dann möglicherweise mehr Informationen vorliegen. Andere Abgeordnete zweifelten ganz die Sinnhaftigkeit des Projekts an. Der Antrag stammt vom mittlerweile beurlaubten Museumsleiter Hansjörg Albrecht. Bürgermeister Golde gab zu verstehen, dass auch durch die Elternzeit von Kulturmanager Mario Zetzsche die Vorab-Information möglicherweise mangelhaft war. Neuruppin
habe als eines von drei Museen aus tausenden Anträgen den Zuschlag erhalten – ohne Änderungsforderungen. Das sei selten, hieß es aus dem Rathaus. Die Debatte schlug bereits Wellen. Die Pressesprecherin der Kulturstiftung des Bundes, Friedricke Tappe-Hornbostel, sagte dem RA, man habe von der Ablehnung aus den Medien erfahren. „Mir ist kein Fall bekannt, wo einmal
bewilligte Mittel im Nachhinein noch abgelehnt wurden“, zeigte sich die Sprecherin irritiert.