Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
09.06.2016, 09:12 Uhr | Ruppiner Anzeiger 9.6.2016 / Brian Kehnscherper

Huber im Präsidenten-Rennen
Der Ex-Bischof wird als möglicher Nachfolger von Joachim Gauck ins Spiel gebracht

Lindow/Berlin (RA) Auf der Suche nach einem Nachfolger des
Bundespräsidenten Joachim Gauck, wird nun auch Wolfgang Huber ins Spiel gebracht. Bereits vor drei Jahren galt der Bischof a. D. als aussichtsreicher
Kandidat auf das höchste Amt in Deutschland. Über den Kurznachrichtendienst Twitter werden derzeit diverse mögliche Bewerber für das Präsidialamt gehandelt. Wie ernstzunehmen dieser Vorschlag ist, lässt sich schwer beurteilen. „Ich habe dort gelesen, dass diverse Namen für Gaucks Nachfolge gehandelt werden, darunter auch der von Herrn Huber“,
sagte der Neuruppiner Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU). Den Urheber dieses Vorschlags kennt er aber nicht. Steineke kann sich nicht vorstellen, dass seine Partei diesen Vorschlag unterstützt, da der Teilzeit-
Lindower Huber Mitglied der SPD gewesen sei.
Der ehemalige Bischof der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und einstige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu
erreichen. Seine Frau Kara Huber, Schriftstellerin und Pädagogin, war jedoch wenig erfreut, als sie zu dem Kandidatur-Vorschlag gefragt wurde. „Es wird zurzeit eins Mordsgewese betrieben“, sagte sie auf Nachfrage des RA.
Ihr Mann ziehe eine Kandidatur überhaupt nicht in Betracht. Huber wird im August 74 Jahre alt und ist damit nur zwei Jahre jünger als Gauck. Seit einem Jahr besitzen die Hubers einen Zweitwohnsitz in Lindow. Bereits als Horst Köhler 2009 wiedergewählt wurde und auch 2010, als er sein Amt niederlegte, wurde Wolfgang Huber als möglicher Bewerber gehandelt. Nach dem Rücktritt von Christian Wulff galt er gar als einer der aussichtsreichsten
Kandidaten auf den Posten des Bundespräsidenten. 2010 lehnte der ehemalige Bischof laut Medienberichten ab, weil er keine Kampfkandidatur zwischen den
Fronten von Regierung und Opposition wollte. 2012 wäre er bereit gewesen, verzichtete aber, nachdem bereits Joachim Gauck nominiert worden war.