Wusterhausen (RA) Verdammt eng sei die Entscheidung gewesen. Damit eröffnete Ralf Reinhardt (SPD) am Abend seine Laudatio auf die Preisträger der Pokale des Landrats. „Auch der Turn- und Kampfsportverein Ruppin leistet einen ganz großen Beitrag für die Willkommenskultur.“ Doch die Jury (Kreissportbund und Presse je eine Stimme sowie Kreisverwaltung zwei) votierte mehrheitlich für „Tanz & Art“ aus Rheinsberg. Vereinschefin Ulrike
Liedtke freute sich gestern doppelt: Hatte ihr Team doch zum einen den Auftrag erhalten, den kulturellen Rahmen der Traditionsveranstaltung zu
bilden: Ein männliches Trio aus Syrien präsentierte zwei Kompositionen
(eine instrumental, eine vokal unterstützt) in Mammutlänge. Enden hier Lieder nach drei oder vier Zeigerdrehungen, kratzen in Vorderasien die Präsentationen offenbar an der Acht-Minuten-Marke. Und zum anderen strahlte die Vereinsvorsitzende, weil die Rheinsberger mehr Aufmerksamkeit denn je für ihr Projekt bekamen. Vor zehn Monaten nahm die Idee der
musikalischen Tanz- und Bewegungsspiele Formen an. Seitdem wird geprobt, was das Zeug hält. Noch vor den Sommerferien soll Premiere des Musiktheaters sein, in dem Akteure aus vielen Nationen auftreten. Das Preisgeld für die beste Integrationsarbeit werde ins Bühnenbild und die
Kostüme gesteckt, sagte Ulrike Liedtke kurz nach der Ehrung. „Wir werden das Geld für eine Jugendveranstaltung einsetzen“, erklärte Detlef Krupka vom MSV. Die Neuruppiner gewannen den zweiten Hauptpreis: beste Nachwuchsarbeit. Krupka schwebt vor, die Kinder- und Jugendlichen von Beiträgen für solche Wettbewerbe zu befreien. „Die 1 000 Euro bleiben bei unseren Kindern.“ Die Siegesnachricht kam in Windeseile in der Kreisstadt
an: Während des Punktspieles der Brandenburgliga-Elf gegen FV Preussen Eberswalde wurde über die Lautsprecheranlage verkündet, dass der MSV
heute schon einmal gewonnen habe. Der Ansporn wirkte: Mit 5:0 setzten sich die Kicker durch (siehe folgende Seite).
Ehrenamtler der Sportlerfamilie im Blickpunkt oder wie es Daniel Tripke (Vorsitzender des Kreissportbundes) ausdrückte: „Nur über die mehr als 3 500 Betreuer, Kampfrichter und Schiris sind wir in der Lage, Sport zu organisieren. Danke für die vielen Stunden persönlicher Entbehrungen.“
Roman Blank, als Bürgermeister der Gastgeber am „Tag des Ehrenamtes“ in Wusterhausen: „Die Sportvereine sind der Garant für das Leben in unseren
Dörfern.“ Blank hievte die ältere Generation symbolisch aufs Podest, weil „sie die Freude am Sport den Jüngeren noch immer vermittelt“. Applaus gab es von den etwa 80 Gästen, darunter mit Dagmar Ziegler (SPD), Kirsten Tackmann (Die Linke) und Sebastian Steineke (CDU) drei Mitglieder des Bundestages, mehrfach in der beinahe zweistündigen Veranstaltung, so auch für das Feuerwehr-Tanzquartett Hosenstück (mehr dazu in einer der kommenden Ausgaben) und für die Staffelübergabe des „Tag des Ehrenamtes“ von Bürgermeister an Bürgermeister. 2017 wird das sanierte
Schloss in Freyenstein als Kulisse dienen, blickte Daniel Tripke weit voraus und bestätigte das Rotieren der Veranstaltung in den drei Altkreisen. Freyenstein ist das Hoheitsgebiet von Bürgermeister Jörg Gehrmann.