Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
25.04.2016, 10:54 Uhr | Ruppiner Anzeiger 23.4.2016 / Markus Kluge

Bereit für die Gigabit-Gesellschaft
RFT nimmt neues Rechen- und Kundenzentrum in Betrieb / Eröffnungsveranstaltung am Sonnabend

Neuruppin (RA) Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe, ein Gebäudekomplex mit rund 1 000 Quadratmetern Fläche, 18 Kilometer neu verlegte Leitungen und jede Menge moderne Rechen- und Netztechnik: Das Unternehmen RFT Kabel Brandenburg hat am Freitag in Neuruppin mit vielen geladenen Gästen sein neues Technikzentrum in Betrieb genommen. Vor gut neun Jahren hatte das Unternehmen RFT, das seinen Hauptsitz in Brandenburg/Havel und heute rund 90 000 Kunden in etwa 20 Städten hat, erstmals seine Fühler nach Neuruppin ausgestreckt. Damals übernahm es
die Breitbandkabelgesellschaft (BKG), die einst ein Tochterunternehmen der Stadtwerke war. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, sagte am Freitag Stefan Tiemann, der gemeinsam mit seinem Vater und Unternehmensgründer
Dr. Klaus-Peter Tiemann die Geschäfte führt. Dass es bei einem Kundenbüro unter beengten Verhältnissen nicht bleiben konnte, sei von Anfang an klar gewesen. Als der Kabelnetz-Anbieter 2014 den richtigen Ort für ein zweites
modernes Rechenzentrum suchte, fiel die Wahl auf Neuruppin. Die Bauzeit belief sich auf neun Monate. Von der Heinrich-Rau-Straße aus wird ab sofort dafür gesorgt, dass das RFT-Kabelnetz dauerhaft sicher steht. Beide Rechenzentren in Neuruppin und Brandenburg sind so geschaltet, dass immer
eines einspringen kann, sollte ein anderes wegen Stromausfalls oder aus anderen Gründen vom Netz gehen. Laut Tiemann müsse nun kein Kunde mehr befürchten, dass bei der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft
plötzlich der Bildschirm schwarz wird.
Das Glasfasernetz und die neue Technik sorgen zudem dafür, dass RFT-Kunden künftig auf Wunsch mit einer Download-Geschwindigkeit von 400 MBit pro Sekunde durchs Internet surfen können. „Wir sind fit für die Gigabit-Gesellschaft“, deutete Tiemann an, dass die technische Entwicklung keine Pause machen wird. „RFT hat bereits das erreicht, was international
arbeitende Unternehmen nicht geschafft haben“, lobte der Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke den Internet-Turbo, den das
Unternehmen nun eingelegt hat. Schließlich sei eine schnelle Internetanbindung ein wichtiger Standortfaktor für die Region. Mit dem modernen Rechenzentrum hat RFT, das insgesamt 130 Mitarbeiter zählt und zweimal den Mittelstands-Oskar gewann, aber noch mehr Pläne. Über den neuen Standort wird es beispielsweise Unternehmen mit verschiedenen Filialen
möglich sein, ein eigenes sicheres Netzwerk aufzubauen – unabhängig vom Internet und somit sicher vor Hacker-Angriffen. Zudem wird RFT in Neuruppin
Plätze anbieten, auf die Betriebe und Behörden ihre Rechen- und
Speichertechnik auslagern können. Alles wird in einem besonders gesicherten Bereichen des neuen Hauses untergebracht, in den nur bestimmte Mitarbeiter
Zutritt haben und die extra klimatisiert sind. Eigene Notstromgeneratoren
sorgen im Ernstfall zudem dafür, dass die Energieversorgung im Rechenzentrum für mindestens 72 Stunden steht. „Danach müssten wir dann mal nachtanken lassen“, so Tiemann. Die neue Sicherheit hat auch dazu
geführt, dass es am Freitag keine traditionelle Schlüsselübergabe an den Bauherren mehr gab. Der Grund: Schlüssel gibt es in dem Gebäude nicht, sondern nur Chipkarten und Transponder, mit denen sich Türen öffnen lassen.
Sollte die Nachfrage die neuen Kapazitäten übersteigen, gibt es bereits Pläne, nach denen das Haus um etwa 600 Quadratmeter erweitert werden kann. Geplant ist zudem noch eine ordentliche Zufahrt ab der Otto-Grotewohl-
Straße. Ein lokaler Fernsehsender, wie ihn die RFT-Gruppe in Brandenburg
betreibt, ist für Neuruppin nicht geplant.
 
Das RFT-Zentrum präsentiert sich am heutigen Sonnabend der Öffentlichkeit
mit einem Fest. Geöffnet ist an der Heinrich-Rau-Straße 3a von 11 bis 17 Uhr.