Meyenburg/Pritzwalk. Die Probleme rund um das „Generationengerechte
Quartier Meyenburg“ bestimmten am gestrigen Donnerstag das Gespräch des CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke und seines Parteikollegen Jan Redmann aus dem Landtag im Meyenburger DRK-Bürgerhaus. Steineke ließ sich von DRK Pflegedienstleiter Marko Fischer
zunächst das Bürgerhaus erläutern, in dem ambulante Pflege und
unterstützende Angebote unter einem Dach funktionieren. Rasch kam das Gespräch darauf, wie Fischer angesichts der rasant wachsenden Branche mit den Kapazitäten zurechtkommt. „Eigentlich sollte der Standort komplett neu gebaut werden.“ Nämlich als Teil des Quartierkonzeptes. Das Amt Meyenburg, der DRK Kreisverband und die Stephanus Wohnen und Pflege mit Sitz in Berlin wollen ein Wohnviertel errichten, in dem junge Familien, ältere Menschen und Pflegebedürftige Seite an Seite wohnen und die nötige
Versorgung bekommen können. „Vor zwei Jahren wurde uns in Aussicht gestellt, dass wir das Projekt gefördert bekommen“, erinnert Meyenburgs Bürgermeister Falko Krassowski. Alle Zeichen standen seitens des Landes auf Grün. „Und nun ist das Problem, dass wir nicht an die Gelder kommen“,
so der Bürgermeister. Fischer hat gar das Gefühl, dass „wir immer wieder Knüppel zwischen die Beine bekommen“. Laut Krassowski gebe es zwar
Termine in den Ministerien für Gesundheit und Soziales sowie Infrastruktur und Raumordnung, aber „es wird nur noch auf Zeit gespielt“. Fischer und
Krassowski fürchten nun, dass sich die großen Träger Alternativen suchen – einfach weil sie angesichts der demografischen Entwicklung nicht daran vorbeikommen. Als Förderprogramm käme der „Stadt-Umland-Wettbewerb“ infrage, so Krassowski. Auf der gemeinsamen Vorhabenliste der Kommunen um Pritzwalk und Wittstock steht das „Generationengerechte Quartier“ mit
einem großzügig angesetzten Umfang von 11,8 Millionen Euro. Für Steineke und Redmann ist klar, dass das Projekt wichtig ist. „Sonst blutet die Stadt ja aus“, sagte Redmann mit Blick auf die Arbeitsplätze, die dort entstehen
könnten. Die beiden Abgeordneten wollen nun in Potsdam nachfragen, woran es hakt. „Denn das Abist ein wirklich wichtiges Projekt“,
so Steineke.
Auf den ersten Blick ist die Arbeit des evangelischen Elter-Kind-Zentrums „Ekidz“ in Pritzwalk gesichert. Noch fünf Jahre lang übernehmen der Kirchenkreis Prignitz und die Landeskirche die Personalkosten für das offene
Angebot. Dennoch sollten sich die Verantwortlichen schon jetzt Gedanken
machen, wie die Arbeit im Ekidz nach Ablauf dieser Frist sichergestellt
werden kann. Diese Frage bestimmte das Gespräch mit Sebastian Steineke
und seinem Landtagskollegen Jan Redmann bei deren Besuch in Pritzwalk.
Pfarrer Volker Sparre berichtete, dass es schon frühzeitig Überlegungen
gegeben habe, wie Kinder für die Kirche und das Leben in der Gemeinde interessiert werden können. „Als dann unser Kirchenkreis Pritzwalk erst mit Havelberg-Wilsnack und dann mit Perleberg-Wittenberge fusioniert wurde, hatten wir das Konzept bereits in der Schublade“, sagte er. In den Räumen
der nicht mehr benötigten Superintendentur entstand das Ekidz, das sich seit seiner Eröffmitnung im vergangenen Sommer wachsender Beliebtheit erfreut.
„Wir haben seitdem 1800 Besucher gehabt“, berichtete Mitarbeiterin Inka Panten. Das Altersspektrum reiche von Einjährigen, die in Begleitung ihrer Tagesmütter kommen, bis hin zu zwölfjährigen Kindern an de Schwelle zum
Jugendalter. Sie alle können ungezwungen spielen, basteln, lesen oder anderen Aktivitäten nachgehen. Konfessioneller Zwang bestehe nicht. „Sie müssen sich natürlich Gedanken machen, wie es nach Ablauf der insgesamt sechs Jahre weitergehen soll“, sagte Steineke. Damit hatte sich Gemeindekirchenratsvorsitzende Christine Flassig auch schon beschäftigt.
„Uns kommt es auf die Inhalte an“, sagte sie. Das sei sehr löblich, entgegnete
CDU-Landtagsabgeordneter Redmann. „Aber Sie brauchen wahrscheinlich einen Trägerverein, der auch Fördermittel beantragen kann.“ Für kleinere Projekte, wie das Anlegen eines Sandkastens, empfehle sich die Sponsorensuche oder Spenden. Letztere seien mitunter recht einfach zu bekommen, wenn man sich mit konkreten Anliegen an die Wirtschaft wende,
sagte CDU-Stadtverordneter Jörg Zeiger. Steinekes Wahlkreismitarbeiterin
Stephanie Fedders schlug vor, einen örtlichen Supermarkt zu bitten, eine Spendenbox am Pfandautomaten aufzustellen. „Das sind zwar bloß kleine Beträge, aber die Summe macht’s“, sagte sie. Dass ein Verein langfristig
die bessere Struktur sei, um Fördermittel zu bekommen, bestätigte auch Vizebürgermeister Ronald Thiel.