Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
15.02.2016, 14:28 Uhr | MAZ - Westhavelländer 13.2.2016 / Norbert Stein

Mittelstand funktioniert auch im ländlichen Raum
Tilse Formglas in Liepe hat für dieses und nächstes Jahr bereits volle Auftragsbücher und will anbauen – Nachwuchs zu finden, ist schwierig

Liepe. Der Mittelstand hat auch im ländlichen Raum durchaus gute
Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Erfahrung konnte der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU) am Donnerstag von einem Besuch in der Tilse Formglas GmbH mitnehmen nach Berlin. Das Unternehmen in Liepe (Amt Nennhausen) fertigt Formglas für Jachten. Verglast werden die Jachten weltweit vor Ort in Europa, Australien und Neuseeland. Aus Berlin-Spandau ins havelländische Liepe gekommen ist Tilse Formglas mit zwölf Mitarbeitern nach der Wende. Als Unternehmenssitz
mit Produktionsstätten hergerichtet und im Jahr 2004 erweitert wurde ein zuvor nicht genutztes Landwirtschaftsobjekt am Ortsrand. Heute beschäftigt Tilse Formglas in Liepe 37 Mitarbeiter. Bis auf einen Mitarbeiter kommen
alle aus einem Umkreis von 25 Kilometern. Das Unternehmen bildet seinen Mitarbeiternachwuchs selbst aus. Derzeit lernen bei Tilse drei zukünftige
Produktdesigner und zwei Formglasmechaniker. „Geeignete Lehrlinge zu finden, ist nicht einfach. Deshalb beteiligen wir uns in diesem Jahr auch an fünf Berufsausbildungsmessen“, erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Tilse dem Bundespolitiker, der bei seinem Besuch von Michael Koch, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, begleitet wurde.
Steineke vertritt den Wahlkreis 56, der das Amt Friesack und das Amt Rhinow sowie Ostprignitz-Ruppin und die Prignitz umfasst. Nach dem Bericht der Wahlkreiskommission des Bundes ist beabsichtigt, das Amt Nennhausen
und die Stadt Nauen zur nächsten Bundestagswahl diesem Wahlkreis 56 zuzuordnen. Der Geschäftsführer nennt jährliche Umsatzsteigungen zwischen fünf und zehn Prozent als Beispiel für eine gute Unternehmensentwicklung. Und es sieht weiter gut aus. Für 2016 und Anfang 2017 sind bereits heute die Auftragsbücher voll. Um das steigende Auftragsvolumen auch in Zukunft abarbeiten zu können, plant Tilse eine Erweiterung seiner Produktionsstätte. Gebaut werden soll auf einem
Nachbargrundstück. Für den Steinkauz, der auf diesem Grundstück
beheimatet sein soll, bemüht sich das Unternehmen derzeit um eine Ausgleichsfläche. „Wir hoffen eine Lösung zu finden“, sagte Hans-Joachim Tilse, bevor er Sebastian Steineke darauf aufmerksam machte, dass das Unternehmen von unnötiger Bürokratie entlastet werden müsse. Allein acht
Statistiken muss Tilse jährlich für Behörden anfertigen. Einige könnten sicher abgeschafft werden, meint der Geschäftsführer und sieht dafür auch die Berufsgenossenschaft in der Pflicht.