Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
20.01.2016, 11:18 Uhr | Der Prignitzer 20.1.2016 / Hanno Taufenbach

Politik entscheidet über die Elbe
Ohne Baumaßnahmen keine bessere Schiffbarkeit: Flussexperten diskutieren mit Abgeordneten des Bundestages

WITTENBERGE Eine bessere Schiffbarkeit auf der Elbe ist vorerst nicht in Sicht. Zumindest nicht so lange, wie die Politik am Bauverbot am Fluss festhält. Das ist die unmissverständliche Botschaft, die gestern Elbexperten der Bundespolitik ins Heft diktierten. Mitglieder der Arbeitsgruppe Elbe der
CDU/CSU Bundestagfraktion waren nach Wittenberge gekommen. „Der Ist-Zustand reicht nicht aus, um die Bedingungen für den Schiffsverkehr weiter zu verbessern. Um das zu erreichen, müssen wir über die normale Unterhaltung der Bauwerke hinaus gehen“, sagte Friedrich Koop, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg. „Mehr Möglichkeiten erlaubt uns die Politik aber nicht“, ergänzte er. Sein Kollege Hubert Finke, Leiter des Wittenberger Außenbezirkes, stellte diverse Möglichkeiten vor, die zielführend sein könnten. Dazu zählt der Buhnenbau. „107 Buhnen fehlen zwischen Quitzöbel und Dömitz“, so Finke. Sie waren einst geplant, wurden aber nie gebaut. Beispielsweise am bösen Ort auf der Seite Niedersachsens.
Die Folge: Statt 196 Metern ist der Fluss dort 226 Meter breit.“ Das Wasser
fließt langsamer, Sedimente lagern sich ab, verringern die Wassertiefe. Diverse von Finke präsentierte Messprotokolle belegen das.
Eine von seiner Behörde gebaute Totholzbuhne zeigt, wie gut und vor allem wie schnell sie den gewünschten Effekt erzielt. „Nur fünf Prozent unseres 80 Kilometer langen Abschnitts sind kritisch. Das sind etwa zwölf bis 14 Stellen“, so Finke. Wenn man dort aktiv werden würde, wäre eine durchschnittliche
Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter möglich. Flussabwärts bei Dömitz gebe es viel größere Defizite. Finke und Koop betonten, dass es nicht um einen Ausbau gehe, sondern um „punktuelle Maßnahmen an Schwachstellen die seit 80 Jahren bekannt sind“. Sebastian Steineke, Prignitzer CDU-Bundestagsabgeordneter, sagte: „Uns müssen Sie nicht überzeugen.“ Er
geht davon aus, dass dieses Jahr ein Gesamtkonzept zur Elbe vorgelegt wird. „Wir brauchen eine Lösung für den ganzen Fluss“, so Steineke. Auch Henning Finck als Bevollmächtigter der Handelskammer Hamburg und Mitglied im Beratergremium rechnet mit diesem Konzept. Mit dem Naturschutzbund
Deutschland und dem WWF sei man sich einig. Sie lehnen Baumaßnahmen nicht mehr generell ab. Nur der BUND bleibe bei seiner Blockadehaltung, so Finck.
Hanno Taufenbach