Neuruppin. Spielerisch in Erinnerung schwelgen und dabei ihr Gedächtnis
möglichst lange fit halten, das können die Gäste der Diakonie-Tagespflege in der Neuruppiner Bahnhofstraße seit gestern mit einem neuen Spiel. Dieses heißt „Plaudertasche“ und hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian
Steineke als Geschenk mitgebracht. Denn die 20 Senioren, die regelmäßig zur Tagespflege kommen, feierten gestern im großen Aufenthaltsraum schon
mal ihr Weihnachtsfest. „Das Spiel wurde extra für die Altenhilfe und für Menschen, die an Demenz leiden, entwickelt“, freute sich der Neuruppiner Diakonie-Chef Werner Böhm. Die Gedächtnisübungen sollen Erfolgserlebnisse schaffen, das Gemeinschaftsgefühl stärken und einfach
zum Plaudern und Erzählen anregen. Denn etwa drei Viertel der Gäste, die von den Mitarbeitern der Tagespflege in Neuruppin betreut werden, leben allein – entweder, weil sie keine Angehörigen mehr haben oder weil diese hunderte Kilometer entfernt wohnen und ihre Verwandten nur selten
besuchen. Die Senioren, die sich zu den geselligen Runden in der
Bahnhofsstraße treffen, sind zwischen 65 und 90 Jahre alt. Sie kommen nicht allein aus der Fontanestadt, sondern ebenfalls aus Wildberg, dem Amt Lindow und der Stadt Rheinsberg. Zwei Kraftfahrer sorgen dafür, dass sie pünktlich zum Gemeinschaftstreff da sind. Die Fahrer achten auch darauf,
dass ihre Gäste vor dem Verlassen der Wohnung den Herd ausgemacht
haben, sagte Böhm.
Bei der Tagespflege gibt es einen genauen Tagesablauf. Doch dieser
wurde gestern ignoriert: Der Mittagsschlaf fiel aus. Immerhin schaute nicht allein der Bundestagsabgeordnete vorbei, der mit den Senioren sogar einige Weihnachtslieder sang. Vielmehr sorgte etwas später auch ein Unterhaltungskünstler für die passende Musik zur Weihnachtszeit. Das
wollten sich die Gäste der Tagespflege nicht entgehen lassen. „Hier wird eine gute Arbeit gemacht“, betonte Steineke. Dass der CDU-Politiker gestern ausgerechnet die Diakonie-Tagespflege besucht hat, ist kein Zufall. Der Jurist wohnt in der Nachbarschaft. „Ich gehe fast jeden Tag an der
ländlichen Raum derzeit organisiert und gestaltet wird. Immerhin wird es angesichts der demographischen Entwicklung künftig wohl immer mehr ältere Menschen in der Region geben. Das Diakonische Werk Ostprignitz-Ruppin betreibt seit zwei Jahren in Dreetz im Amt Neustadt eine weitere Tagespflege mit 20 Plätzen sowie in Neustadt ein Seniorenzentrum. Dort gibt es neben einer
Wohnungen sowie zwölf Plätze in der Tagespflege.