Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
23.09.2013, 14:01 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung / Andreas Vogel 23.09.13

Neuruppiner CDU-Mann Sebastian Steineke zieht in den Bundestag ein "Das ist schon gigantisch"

Völlig überraschend hat der Neuruppiner CDU-Mann Sebastian Steineke (40) am Sonntag das Direktmandat für den Bundestag gewonnen. Er kam auf mehr als 33 Prozent der Stimmen und verwies damit Dagmar Ziegler (SPD/30 Prozent) und Kirsten Tackmann (Linke/gut 24 Prozent) auf die Plätze.

Wahlforscher hatten noch am Sonnabend SPD-Frau Ziegler deutlich vorn gesehen (die MAZ berichtete). Steineke war Sonntagabend bei der Wahlparty im "Alten Kasino"überglücklich. "Wir wollten die SPD ärgern." Dass dies möglich ist, das war ihm klar. "Die SPD war nervös." Doch dass er mit dieser Deutlichkeit das Direktmandat gewinnen würde, damit hatte er nicht gerechnet. "Wir haben im Vergleich zu der Wahl von 2009 fast zwölf Prozent hier dazugewonnen. Das ist schon gigantisch."

Die Sozialdemokraten hatten bisher immer das Direktmandat in der Region geholt ‒ erst mit dem Fehrbelliner Ernst Bahr, dann mit Dagmar Ziegler aus Lenzen. Ob die SPD-Frau nun über die Landesliste in den Bundestag einzieht wird, das wird sich heute klären. Klappt das nicht, muss sich die einstige Sozial- und Finanzministerin von Brandenburg einen neuen Job suchen. Einen Plan B im Falle des Scheiterns ihrer politischen Karriere hat sie nicht. "Ich habe immer auf Sieg gesetzt. Man kann nicht vernünftig arbeiten, wenn man sich stets ein Hintertürchen offen lässt." Ziegler verwies darauf, dass sie etwa um acht Prozent im Vergleich zu 2009 zugelegt hat. Gereicht hat es dennoch nicht. "Herr Steineke hat vom Stimmenzuwachs der CDU und von Frau Merkel profitiert", sagte Ziegler.

Ähnlich sah das Kirsten Tackmann. "Ich gratuliere natürlich dem Kollegen Steineke. Er ist vor allem mit den Mutti-Stimmen durchmarschiert." Das stritt Sebastian Steineke auch gar nicht ab. "Das war eine Merkel-Wahl." Der Neuruppiner sprach von einem "historischen Tag" ‒ und beschäftigte sich schon mit ganz praktischen Dinge. "Als Erstes werde mir wohl ein Auto kaufen müssen." Das jetzige braucht seine Frau für die zwei Kinder.