Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
30.11.2015, 12:09 Uhr | Ruppiner Anzeiger 30.11.2015 / Holger Rudolph

„Kleines Wunderwerk mit Charme“
Staatsministerin Grütters beeindruckt von St. Georg Kapelle

Neuruppin. Bei ihrem Neuruppin-Besuch am Samstagnachmittag sah sich die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters (CDU), das Museum und die St. Georg Kapelle an – und war beeindruckt von beidem. In die Fontanestadt eingeladen hatte sie der Ruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke. „Wir wollen Ihnen kurz zeigen, wie sich Neuruppin in den vergangenen 25 Jahren verändert hat“, beschrieb Steineke bei der Begrüßung im Museum das, was die Ministerin in den
bevorstehenden Stunden erwarten würde. Viele dieser Veränderungen
hätten ihre Ursache in Fördermitteln des Bundes. Ohne diese würde es das Alte Gymnasium und die Kulturkirche nicht in ihrer heutigen Form geben.
Mario Zetsche, Sachgebietsleiter Kultur im Rathaus, stellte der Besucherin in wenigen Sätzen die Pläne für das Fontanejahr 2019 anlässlich des 200. Geburtstages des Neuruppiner Romanciers vor. Die dazugehörende
Ausstellung im Museum werde sich mit der Frage beschäftigen „Welche Bedeutung hat Fontane für das Heute?“ Grütters freute sich über das Engagement: „Wir haben gerade einen neuen Topf in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro bei der Bundeskulturstiftung. Das Geld ist für Sonderausstellungen anlässlich von Jubiläen gedacht. Die Gemeinden sind oft überfordert, größere Geldbeträge allein aufzubringen.“ Sie blickte in Richtung von Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin): „Wer jetzt früh genug einen Antrag stellt, hat gute Chancen darauf, eine Förderung zu bekommen.“ Der Ansatz, die Auswirkungen des Fontaneschen Schaffens bis in die heutige Zeit näher zu beleuchten, passe sehr gut zur Intention des Programms, das den Bogen zwischen Historie und Gegenwart
schlagen wolle.
Einer der Höhepunkte des Rundgangs mit Museumsleiter Hansjörg Albrecht war die Vorführung historischer Druckertechnik. Peter Leuten und Dorothea Leicht zeigten, wie Lithografien entstehen. Workshops mit Schülern seien geplant, bei denen die Kinder ihre eigenen Bilderbogen mit nach Hause
nehmen könnten. Zum Ende des Rundgangs lobte Grütters: „Danke, dass ich dieses Museum sehen durfte. Baulich ist es ein sehr gelungener Kontrast aus Alt und Neu. Es ist beachtlich, dass die Stadt Neuruppin den Betrieb des Museums zu 100 Prozent finanziert. Die Stadtväter haben erkannt, dass Kultur nicht nur bloße Dekoration ist. Wer in die Kultur investiert, bekommt ein
Vielfaches durch den sich verstärkenden Tourismus zurück.“ Danach sah sich Staatsministerin die Glocke der St. Georg Kapelle an, die zurzeit im Museum eingelagert ist. Im Anschluss an eine noch ausstehende Restaurierung soll sie wieder in der kleinen Kirche im Norden der
Neuruppiner Altstadt installiert werden. Grütters trug sich noch in das Goldene Buch der Stadt Neuruppin und in das Gästebuch des Museums ein. Dann ging es per Auto zur St. Georg Kapelle. Dr. Karl-Heinz Götz vom Stiftungsverein dankte im Halbdunkel des heimeligen Kirchleins der
Besucherin: „Wir sind unheimlich froh über die große Finanzspritze in Höhe von 100 000 Euro vom Sommer. Wir sind jetzt dabei, den Eigenanteil in Höhe von weiteren 100 000 Euro zusammenzutragen.“ Viele Neuruppiner
hätten sich bereits engagiert. Doch es sei alles andere als leicht, den nötigen Betrag aufzubringen. Grütters machte dem Verein Mut, für die außerdem
noch nötigen 40 000 Euro einen weiteren Förderantrag zu stellen. „Wann kann ich zur Einweihung kommen?“, fragte Grütters den vom Verein beauftragten Architekten Norbert Bünger. 2017 werde es so weit sein, antwortete er. Stiftungsvereins-Vorsitzende Christine Dabitz zeigte der Ministerin, welche Sicherungsarbeiten in den zurückliegenden Monaten an der kleinen Kirche erledigt wurden: „Stahlträger stützen das Gemäuer. Nun
können auch Stürme der Kapelle nichts mehr anhaben.“ Grütters zeigte sich beeindruckt: „Diese Kapelle ist ein kleines Wunderwerk mit beachtlichem
Charme.“