Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
23.11.2015, 12:41 Uhr | Ruppiner Anzeiger 21.11.2015 / Christian Schönberg

Weil jede Minute zählt
Kreis sieht sich in der Pflicht, den Grund für die oft zu langen Einsatzzeiten zu analysieren

Ostprignitz-Ruppin (crs) Große Aufregung herrschte beim Kreis und
Finanzausschuss am Donnerstagabend über die oft zu langen Einsatzzeiten der Rettungsdienste des Kreises. Sie haben damit 2014 landesweit an letzter Stelle gelegen. Angesichts dessen, dass der Kreis viel Geld zum Beispiel in
den Neubau von Wachen gesteckt hat, kann sich der Abgeordnete Sebastian Steineke (CDU) nicht erklären, warum das immer noch so ist. „Wir stehen
immer noch da, wo wir waren – warum ist das so und was stellt sich der Kreis vor, um zu besseren Werten zu kommen?“, fragte er den Landrat. Doch ad
hoc konnte auch Verwaltungschef Ralf Reinhardt (SPD) keine Antwort geben. „Es wäre auch für uns ein positiverer Effekt wünschenswert gewesen“, sagte er. „Wir sind aber noch dabei, das zu analysieren.“ Das Land schreibt vor, dass die Einsatzzeit zwischen Notruf-Eingang und Anrücken am Einsatzort in 95 der Fälle im Jahr innerhalb von 15 Minuten zu erfolgen hat. Ostprignitz-Ruppin hatte die Vorgabe 2014 nur in 89 Prozent der Fälle geschafft, bei keinem anderen der erfassten Landkreise –
Oberspreewald-Lausitz war wegen fehlender Daten außen vor – war der Wert so niedrig (RA berichtete).
Nach Auskunft der Pressestelle des Landkreises habe das in anderen Jahren anders ausgesehen. So haben 2012 die Werte beim Einhalten der
15-Minuten-Hilfsfrist landesweit zwischen 83,7 und 96,4 Prozent gelegen. Damals war Ostprignitz-Ruppin mit 89 Prozent im Mittelfeld. Auf diese Daten
hatte sich Ordnungsdezernent Mathias Wittmoser beim Sozialauschuss
bezogen. Der Kreis habe sie im Februar erhalten. Es waren die aktuellsten, die er hatte. Die Werte für 2014 werden jetzt erst bei der Landesregierung
abgerufen. Mittlerweile hätte sich der Landkreis verbessert und wird es im laufenden Jahr vermutlich schaffen, deutlich in über 90 Prozent der Fälle die 15-Minuten-Regel zu schaffen. Dennoch wird das Problem den Kreis weiter beschäftigen – zumal die Uckermark in 94 Prozent der Fälle die gesetzliche Hilfsfrist einhält. Insbesondere interessierte die Abgeordneten, ob die Zentralisierung der Leitstellen zu den längeren Einsatzzeiten führen. Die Notrettung wird seit wenigen Jahren von Potsdam aus koordiniert. Ralph Bormann (Pro Ruppin) hat von einem Fall erfahren, wo die Rettungskräfte mehr oder weniger selbst suchen mussten, wo der Einsatzort ist und der Patient beinah gestorben wäre. „Bei Herzinfarkten und Schlaganfällen kommt es auch auf jede Minute an“, betonte Steineke.