Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
17.11.2015, 09:41 Uhr | Ruppiner Anzeiger 17.11.2015 / Brian Kehnscherper

Energiewende bringt Aufträge
Das Lindower Unternehmen Eurovia baut zunehmend für Stromversorger

Lindow (bk) Mit 180 Mitarbeitern gehört die Lindower Niederlassung der Firma Eurovia zu den größten Arbeitgebern in der Drei-Seen-Stadt. Das Kerngeschäft des Unternehmens ist der Straßenbau. Obwohl die Aufträge des Landes in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind, ist der
Betrieb gut aufgestellt. Denn die Sparte Energiebau ist derzeit stark nachgefragt. Am Montag besuchte der Neuruppiner Bundestagsabgeordnete
Sebastian Steineke (CDU) den Lindower Firmenstandort. Niederlassungsleiter Jan Lüttwitz gab dem Politiker Auskunft über die Eurovia. Gut 50 Prozent der Aufträge macht immer noch der Straßen- und Tiefbau aus. Demnächst saniert das Unternehmen die L 15 in Schweinrich. Es ist in diesem Jahr das einzige Straßenbauprojekt des Landes in der Region. Steineke kritisierte, dass die Ausgaben Brandenburgs für
Verkehrswege in den vergangenen Jahren stark reduziert wurden. Laut Lüttwitz investiert der Bund dafür nach wie vor regelmäßig in sein Straßennetz.
Die Eurovia ist aber auch im Ingenieur- und Spezialtiefbau tätig. Viele Wehre, Brücken und kleinere Schleusen im Zuständigkeitsgebiet der Niederlassung,
das vom Süden Mecklenburg-Vorpommerns bis an die Grenzen des Havellandes reicht, wurden von der Firma gebaut. Seit etwa 20 Jahren ist Eurovia auch im Energiebau tätig. Das Unternehmen stellt Fundamente,
Betriebsgebäude, Kabelkanäle, Schmutzwasseranlagen und Zufahrten für Energieversorger her. Dank der Energiewende macht dieses Segment mittlerweile etwa ein Drittel des Umsatzes aus. Anders als in den anderen Sparten ist die Lindower Niederlassung beim Energiebau in allen neuen
Bundesländern sowie im Raum Hamburg unterwegs. Bauchschmerzen bereitet Jan Lüttwitz der gestiegene bürokratische Aufwand. Da immer mehr
Auftraggeber Sorgen haben, für Leistungen mehr zu zahlen als nötig, müssen die ausführenden Firmen mittlerweile jeden Handgriff für die Abrechnung dokumentieren. „Das ist Bürokratie und das bindet Ressourcen“,
so Lüttwitz. Zudem muss er bei einigen öffentlichen Aufträgen lange warten, bis er einen Vorgang zu den Akten legen kann. Der Landesbetrieb
Straßenwesen, einer der größten Auftraggeber der Eurovia, hat sein Nachtragsmanagement umstrukturiert. Wurde es früher noch in den Niederlassungen bearbeitet, wird es nun zentral erledigt. „Da stapelt sich das. Ich muss heute bis zu zwei Jahre warten, bis meine Nachträge bearbeitet sind“, so Lüttwitz. Zumindest der Fachkräftemangel macht sich bei der Eurovia noch nicht bemerkbar. Die elf Azubi-Stellen konnten bisher immer besetzt werden.