PERLEBERG Menschen mit Behinderungen Perspektiven geben, sie in ihrem Alltag zu unterstützen, ist eine Aufgabe der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Prignitz. In Perleberg betreibt sie die Arche Prignitz, betreut in dieser 32
Menschen. Diese Woche besuchte der Prignitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke die Einrichtung, informierte sich über das Konzept und über aktuelle Schwierigkeiten. Marlis und Frank freuen
sich über den Besuch, freuen sich über die Fotografen und zeigen, was sie gerade ausc Ton gebastelt haben: kleine Igel. Als Frank dem Politiker
verrät, dass er Fußballfan sei, ist das Eis endgültig gebrochen, denn auch Steineke spielte einst aktiv Fußball. Marlis und Frank gehören zu jenen Bewohnern, die nicht ganz so schwer geschädigt sind. „Die meisten unserer
Bewohner sind mehrfach körperlich und geistig behindert“, erklärt Elvira Grescho, Leiterin Integration bei der Awo. Nur acht von ihnen seien so fit, dass sie in den Werkstätten der Lebenshilfe arbeiten könnten. Alle anderen
werden im Haus betreut. Basteln, Massagen, Bewegung fördern. „Ganz oft geht es darum, dass sie ihren Körper fühlen sollen“, erklärt Mitarbeiterin Kerstin Gartenschläger. Mit Licht und Geräuschen werden ihre Sinnesorgane
angesprochen. Einmal im Monat fahren sie gar zusammen in die
Schwimmhalle nach Wittenberge. Dort seien die Bedingungen für behinderte Menschen ideal.
Da beim Baden eine 1:1 Betreuung nötig ist, kommen aber oft nur wenige Bewohner in diesen Genuss. „Zum Glück haben wir gerade zwei junge Männer, die ihren Bundesfreiwilligendienst bei uns machen“, sagt Kerstin Gartenschläger. Das sei längst keine Normalität und mit dem Wegfall der Wehrpflicht sei es nachweisbar schwerer geworden, Freiwillige für den
Pflegebereich zu finden. Kurswechsel beim Jobcenter Die Personalfrage sei stets aktuell, in diesem Jahr habe sie gar noch an Brisanz gewonnen.
Grund ist offenbar ein Kurswechsel beim Jobcenter Prignitz. Geförderte
Maßnahmen werden nur noch für drei Monate bewilligt. „Das ist nicht gut für die Bewohner. Kaum haben sie sich an den Mitarbeiter gewöhnt, ist er wieder weg“, schildert die Chefin Elvira Grescho. Im vergangenen Jahr gab es die Jobs noch für sechs Monate, dass sei das Minimum für einen sinnvollen Einsatz, so Grescho. Gespräche mit dem Jobcenter habe es darüber gegeben, aber laut Awo bisher ohne Erfolg. Eine gesetzliche Grundlage, nur noch für drei Monate bewilligen zu dürfen, sei weder der Awo noch Sebastian Steineke bekannt. Er hörte sehr genau zu, konnte die Argumentation der Frauen nachvollziehen.
„In Ostprignitz Ruppin ist das nicht so, wir nehmen das mit und werden nachfragen“, versprach der Bundestagsabgeordnete. hata