Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
02.09.2015, 16:34 Uhr | Dosse Express 2.9.2015 / Thomas Bein

Energie der Zukunft aus Falkenhagen
POWER-TO-GAS-ANLAGE erzeugt Wasserstoff aus Windenergie

FALKENHAGEN Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steinecke und der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Jan Redmann waren im Rahmen ihrer gemeinsamen Sommertour durch den Wahlkreis in Falkenhagen zu
Gast. Hier besichtigten sie die Power-to-Gas-Anlage von eon. In der Pilotanlage, die nun seit genau zwei Jahren in Betrieb ist, ließen sie sich von
Anlagenbetreuer René Schoof Erfahrungen und Weiterentwicklungen erläutern. Seit der Inbetriebnahme am 28. August 2013 lief die Anlage fast störungsfrei und hat in dieser Zeit etwa 1,5 Mio Kubikmeter Wasserstoff aus Windstrom produziert. Der Wasserstoff wurde in das ONTRAS-Erdgasnetz in Falkenhagen eingespeist. Wie René Schoof erläuterte, werde die Speicherung von Energie in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.
Deshalb habe eon mit den Erfahrungen aus Falkenhagen in Hamburg eine weitere Analge errichtet. Diese sei aber schon deutlich weiter entwickelt. Während die Pilotanlage in Falkenhagen einen Wirkungsgrad von etwa
61 Prozent habe, werde die Anlage in Hamburg einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent erreichen. Außerdem versuche man neue Verwendungsgebiete für den hier produzierten Wasserstoff zu finden. Dieser könnte, bei Abstimmung der gesetzlichen Rahmenrichtlinien, zum Beispiel in Raffenerien zur Herstellung von Benzin und Diesel und zur Herstellung von Kohlenstoff dienen und so zu Kunststoffen wie Plastik verarbeitet werden. Weiterhin könne man sich den Wasserstoff aus Falkenhagen auch als Treibstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge vorstellen. Mit Fernbusbetreibern sei man im Gespräch, die zur Zeit nur in Innenstädten eingesetzten
Wasserstoffbusse auch auf die Langstrecke zwischen Hamburg und Berlin zu schicken und in Falkenhagen einen Tankstopp einlegen zu können.
Weiterhin informierte Schoof über das Projekt der Energie-Cloud in Falkenhagen. Dabei gehe es darum, gemeinsam mit ansässigen Unternehmen
regionale Stromverbraucherkreise aufzubauen und regionalen Windstrom
und auch den Wasserstoff vor Ort zu nutzen. So könnten Gabelstapler und
andere Hubfahrzeuge mit Wasserstoff betrieben werden und in Falkenhagen erzeugter Windstrom direkt genutzt werden. Die CDU-Politiker zeigten sich beeindruckt von der Technologie, nahmen aber auch Anregungen für die Politik mit.