Pritzwalk – Erstaunte Blicke, anerkennendes Raunen: Was die Besucher
in der Tuchfabrik sahen, beeindruckte sie merklich. CDU-Bundestagsabgeordneter Sebastian Steineke machte auf seiner
Sommertour in Pritzwalk Station. Zusammen mit den Landtagsabgeordneten
Jan Redmann und Gordon Hoffmann nahm er an einer Führung über die größte Baustelle der Stadt teil. „Das sind ja enorme Mittel“, sagte Steineke erstaunt, als Bau- Fachgebietsleiter Friedhelm Müller, die Bausummen für die einzelnen Abschnitte der Tuchfabrik nannte: 3,4 Millionen Euro in den
Bildungsbereich, 3,7 Millionen Euro für die 30 Wohnungen, die im Gebäude entstehen. Die Politiker erfuhren von den Fördermitteln und der 1,5-Millionen-Euro-Spende der Familie Quandt sowie deren Darlehen in gleicher Höhe. Für den dritten Bereich, die neuen Räume des Museums, gebe es
noch keine verlässliche Kostenschätzung, sagte Friedhelm Müller. Von den weitläufigen Fluren bogen die Besucher unter anderem in einen künftigen Unterrichtsraum ab. Dessen Wände und Decken waren bereits farblich gestaltet, aber es gibt dort noch immer einiges zu tun. Dennoch lässt sich der künftige Verwendungszweck bereits erkennen: Das Kabel für den künftig dort eingesetzten Beamer hing bereits von der Decke, geschützt von reflektierender Folie. Auch die künftige Lehrküche hat schon Form angenommen und soll bald fertig sein.
Durch das neu gestaltete Treppenhaus ging es dann zum Wohnbereich.
Auch dort sind die Arbeiten weit fortgeschritten. Die Besucher zeigten sich besonders beeindruckt von den großzügig geschnittenen Wohnungen in den
oberen Etagen. Die künftigen Mieter genießen von dort aus einen tollen
Blick über die Stadt. „Das ist die Westseite, da kann man traumhafte
Sonnenuntergänge sehen“, erklärte Vizebürgermeister Ronald Thiel. „Ja klar, mit Blick auf Perleberg“, scherzte Sebastian Steineke. Gespielten Protest des
Wittstocker Bürgermeisters Jörg Gehrmann beschwichtigte Ronald Thiel mit dem bekannten Spruch von der Sonne, die im Osten auf und im Westen untergehe. Im noch nicht weiter aufgeteilten Dachgeschoss des Wohnbereichs gerieten die Abgeordneten ins Schwärmen: „Ja, wenn das
eine Wohnung wäre“, sagte etwa Jan Redmann. Der Blick kann derzeit
noch frei über die gesamte Länge des Traktes schweifen. Doch das bleibt nicht so. „Hier werden Trockenbauwände eingezogen“, informierte Friedhelm
Müller. Trotz des erkennbaren Fortschritts ist noch viel zu tun, wie die Besucher auf dem Werg durch Flure, über noch nicht sanierte Treppen und
staubige Räume selbst sehen konnten. Auch der Innenhof ähnelt
gegenwärtig noch einer Teichlandschaft. Doch bereits im Herbst soll die Bildungsgesellschaft ihr neues Domizil beziehen. Die Wohnungen sollen allerdings erst ein Jahr später ihren Bewohnern übergeben werden.
Eigentümerin der Quartiere bleibt die Stadt, erfuhren die Gäste. Die
Wohnungsbaugesellschaft übernehme jedoch die Verwaltung und betreue die bereits jetzt vorhandenen Interessenten. „Wir haben die Tuchfabrik in der
Kooperation der Städte Pritzwalk und Wittstock gemeinsam mit Meyenburg und Heiligengrabe als eines der wichtigsten Vorhaben beschlossen“, sagte der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann nach dem Rundgang. „Hier
ist der etablierte Bildungsstandort der Region. Wir wollen die Kernkompetenzen stärken und verorten“, sagte er. Das leuchtete den Gästen ein.