Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
26.08.2015, 14:59 Uhr | Der Prignitzer 26.8.2015 / Thomas Bein

„Windstrom-Batterie“ funktioniert
CDU-Abgeordnete besichtigen Power-to-Gas-Anlage in Falkenhagen / Prignitz ist Vorbild für weiterentwickelte Variante in Hamburg

FALKENHAGEN Der CDUBundestagsabgeordnete Sebastian Steinecke und der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Jan Redmann waren gestern im Rahmen ihrer gemeinsamen Sommertour durch den Wahlkreis in Falkenhagen zu Gast. Hier besichtigten sie die Power-to-Gas-Anlage von Eon. In der
Pilotanlage, die nun seit genau zwei Jahren in Betrieb ist, ließen sie sich von Anlagenbetreuer René Schoof Erfahrungen und Weiterentwicklungen
erläutern. Seit der Inbetriebnahme am 28. August 2013 lief die Anlage fast störungsfrei und produzierte in dieser Zeit etwa 1,5 Millionen Kubikmeter
Wasserstoff aus Windstrom. Der Wasserstoff wurde in das Ontras-Erdgasnetz
in Falkenhagen eingespeist. Wie René Schoof erläuterte, werde die Speicherung von Energie in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.
Deshalb habe der Energiekonzern mit den Erfahrungen aus Falkenhagen in
Hamburg eine weitere Pilotanlage errichtet. Diese sei aber schon deutlich weiter entwickelt. Während die Anlage in Falkenhagen einen Wirkungsgrad von etwa 61 Prozent habe, werde das Pendant in Hamburg einen
Wirkungsgrad von über 80 Prozent erreichen.
Außerdem versuche man, neue Verwendungsgebiete für den hier produzierten Wasserstoff zu finden. Dieser könnte, bei Abstimmung der gesetzlichen Rahmenrichtlinien, zum Beispiel in Raffinerien zur Herstellung
von Benzin und Diesel sowie zur Produktion von Kohlenstoff dienen und so zu Kunststoffen wie Plastik verarbeitet werden. Weiterhin könne man sich den Wasserstoff aus Falkenhagen auch als Treibstoff für
Brennstoffzellenfahrzeuge vorstellen. Mit Fernbusbetreibern sei man im Gespräch, die zurzeit nur in Innenstädten eingesetzten Wasserstoffbusse auch auf die Langstrecke zwischen Hamburg und Berlin zu schicken und in Falkenhagen einen Tankstopp einlegen können. Weiterhin informierte
Schoof über das Projekt der Energie-Cloud in Falkenhagen. Dabei gehe es
darum, gemeinsam mit den ansässigen Unternehmen regionale Stromverbraucherkreise aufzubauen und regionalen Windstrom und auch den Wasserstoff vor Ort zu nutzen. So könnten Gabelstapler und andere
Hubfahrzeuge mit Wasserstoff betrieben werden und in Falkenhagen erzeugter Windstrom direkt genutzt werden. Die beiden CDUPolitiker
zeigten sich beeindruckt von der Technologie und ihrer Weiterentwicklung,
nahmen aber auch Anregungen für die Politik mit, dass zum Beispiel auch Wasserstoff aus Windenergie für die CO2- Zertifizierung zugelassen werde und so von der Industrie in der Ökobilanz eingebracht werden kann. Thomas Bein