Oranienburg – Bei der Tour über die Oranienburger Gewässer saßen gestern in der Tat alle in einem Boot, die etwas mit dem Thema Friedenthaler Schleuse zu tun haben. Die Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (Win) hatte dazu eingeladen, sich ein Bild zu machen, warum es für Oranienburg so wichtig ist, die ehemalige Verbindung zwischen der Havel
und den Ruppiner Gewässern mit dem Bau der Schleuse Friedenthal
wiederzubeleben. „Wir liegen hier an einer Sackgasse“, sagte Hafenmeister Hans-Jürgen Zander. Nur 500 Meter die Havel aufwärts geht es nicht mehr
weiter. „Um in die Ruppiner Gewässer zu kommen, müssen die Bootsführer zwei Stunden Umweg in Kauf nehmen“, sagt der Hafenmeister am Schlosshafen. „Wenn wir eine Schleuse hätten, kämen natürlich mehr.“ In Oranienburg seien 1000 Leute befragt worden. Das Ergebnis: Die meisten Schiffsführer würden sogar drei bis vier Euro fürs Schleusen bezahlen. In
vielen Wasserkarten sei zudem die Verbindung so eingezeichnet, sagte
Zander, dass viele denken, in der Havel ginge es weiter. Die Wasserschutzpolizei Brandenburg hatten gestern unter andren Peter Seus vom Bundesverkehrsministerium, Regina Jeske vom Wasser- und Schiffahrtsamt des Landes, die drei Landräte aus Barnim, Ostprignitz Ruppin und Oberhavel, Oranienburgs Baustadtrat Frank Oltersdorf und die CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler und Sebastian Steineke an Bord. Für Bodo Ihrke, den Vorsitzenden der Win AG und Landrat von Barnim, ist ein Stückchen Bewegung in das Thema gekommen. Von Landesseite sei bekräftigt worden, in den nächsten Jahren 40 Millionen Euro in die
Befestigung der Ruppiner Gewässerkanäle zu investieren. Auch der Bund will seine Unterstützung nicht verweigern. Würden Bund und Land den Schleusenbau zu 50 Prozent fördern, müsse sich auch Oranienburg bekennen. „Der Weg ist vorgezeichnet, erkennbar und begehbar“, sagte Ihrke. Auch wenn es noch ein bisschen dauern werde.