Walsleben – Rund 800 000 Euro investiert das Walslebener Unternehmen
Gasitech binnen zwei Jahren in neue Technik. Das teilte Geschäftsführer Christian Hagen gestern am Rande einer Führung mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke mit. Das Geld fließt in Ultraschalltechnik, neue Hard- und Software und eine Schweißerei, die ihren Betrieb bereits aufgenommen hat. Bei Gasitech werden Gasbehälter für Großkunden wie Linde oder Air Liquide geprüft und aufgearbeitet. Was vor 20 Jahren im Kleinstbetrieb begann, ist inzwischen die Aufgabe von knapp
100 Mitarbeitern. Zwar wird das Jubiläum das ganze Jahr über immer mal wieder gebührend gefeiert, sagt Hagen, doch für Produktionspausen ist keine Zeit, der Markt ist umkämpft. Im Schichtbetrieb wird im Walslebener
Werk gearbeitet. „Gasflaschen sind wie ein kleines Auto, das regelmäßig zum TÜV muss“, erklärt Hagen. Sie besitzen sogar ihre eigenen Papiere, „ähnlich
einem Kfz-Brief“, wie Hagen erklärt. „Keine Flasche ist wie die andere.“ Bei der Kontrolle bedienen sich die Mitarbeiter unterschiedlicher technischer Gerätschaften. So lassen sich beispielsweise mithilfe einer Ultraschallprüfung Risse oder Unebenheiten sichtbar machen, die für das bloße Auge nicht zu erkennen sind. Der Lebenszyklus vieler Gasflaschen ist überraschend lang. 20, 30 Jahre, manchmal noch deutlich länger, sind die Stahlbehälter im Einsatz, ehe sie aus dem Verkehr gezogen werden.
Am Markt etabliert habe sich das Unternehmen vor allem aufgrund seiner Verlässlichkeit und seiner Qualität, sagt Hagen. Der Standort im nördlichen
Brandenburg sei eher ein Nachteil. Die Großkunden säßen in München, im Ruhrgebiet, in Leuna und bestenfalls in Berlin – aber auch im
europäischen Ausland, wie beispielsweise in Skandinavien. Jeder gefahrene Kilometer koste Geld. Da komme es darauf an, möglichst viele Flaschen zu testen. Bis zu 1200 Stück durchlaufen das Werk an einem Tag – das entspricht etwa vier vollen LKWs. Für sein Heimatdorf Walsleben entschied
sich Hagen damals trotz der Lage bewusst. Die Gelegenheit sei günstig
gewesen, zusammen mit zwei Helfern startete er das Unternehmen. „Wir haben eine Halle in Hannover abgebaut und hier wieder aufgebaut“,
erinnert sich Hagen, der damals noch bei den Feuerlöschgerätewerken
arbeitete. Der erste große Auftrag war die Beschichtung von Stühlen für das Tennis-Stadion von Rot-Weiß Berlin. „Das musste noch vor Weihnachten ’95 über die Bühne gehen“, erinnert sich der Chef. Der Umsatz ist in den letzten
zehn Jahren stets leicht gestiegen. Auch für die kommenden zwei Jahre hofft Hagen auf ein leichtes Wachstum. „Mit drei, vier, fünf Prozent sind wir zufrieden“, so Hagen. Wie fast alle Betriebe der Region hat aber auch Gasitech mit mangelndem Nachwuchs zu kämpfen. Obwohl man gerne Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik, aber beispielsweise
auch Bürokaufleute ausbilden würde, gibt es derzeit keine Lehrlinge im Unternehmen. „Wir versuchen auf Messen präsent zu sein“, erklärt der Chef, zeigt sich aber auch neuen Gruppen von potenziellen Angestellten gegenüber offen. So seien auch Flüchtlinge als Mitarbeiter willkommen,
so sie die Motivation mitbrächten. Inzwischen denkt der Chef daran, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen. Andreas Laatsch, zuständig für den technischen Bereich, und Hagens Tochter Christina Hagen, zuständig für den kaufmännischen Bereich, sollen das Ruder in absehbarer Zeit übernehmen.