Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
06.08.2015, 08:04 Uhr | Ruppiner Anzeiger 5.8.2015 / Markus Kluge

NIG investiert in Treskow
Neuruppiner Industrieverlagerungs GmbH wird ihren Standort erweitern

Neuruppin (kus) Im Treskower Gewerbegebiet wird es wieder etwas enger: Die Neuruppiner Industrieverlagerungs GmbH (NIG) an der Friedrich-Bückling-Straße hat ein rund 1 800 Quadratmeter großes Nachbargrundstück gekauft, um seinen Firmensitz erweitern zu können. Das gaben die Geschäftsführer Reiner Müller und Volker Tolle am Dienstag beim Besuch des Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke bekannt. „In unserem Gebäude wird es schon etwas eng“, so Müller. Deshalb
möchte das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren rund zwei Millionen Euro investieren, um den Werkstattbereich auszugliedern, um den Bürokomplex und den Sozialtrakt sowie die technische Ausstattung erweitern
zu können. Zudem will das Unternehmen, das derzeit 80 Mitarbeiter weltweit zählt und eine Vertretung in Nürnberg hat, weitere Arbeitsplätze schaffen.
Dass die NIG so schnell wachsen würde, damit hatten Müller und Tolle nach eigenen Angaben nicht gerechnet. Bevor sich die beiden Unternehmer mit der NIG im Jahr 2005 selbstständig gemacht haben, waren sie bei einem
anderen Industrieverlagerer beschäftigt. Als dieser Betrieb Insolvenz
anmeldete, nahmen die beiden Neuruppiner mit ihrem Knowhow und den bis dahin geknüpften Netzwerken ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand.
Heute zählt die NIG laut Müller in ihrem Segment zu den drei Marktführern
in Deutschland. Dabei wird in dem Unternehmen nichts produziert. „Wir bieten nur Dienstleistungen an“, so Müller. Zu den Kunden zählen vor allem namhafte deutsche Produzenten. Der Neuruppiner Spezialbetrieb ist immer dann gefragt, wenn Produktionsstandorte verlegt werden müssen. Von der Planung des Umzugs über die Demontage und Montage bis zur Wiederinbetriebnahme aller Maschinen. „Ein Umzug kann schon mal bis zu eineinhalb Jahren dauern“, so Müller. Derzeit arbeitet die NIG an etwa 30 Projekten, darunter auch die Verlagerung einer Betriebsstätte von Saudi Arabien nach Russland. Dazu kommen noch Instandhaltungsaufträge
überwiegend bei brandenburgischen bei Produzenten. „Wir sind aber
weltweit tätig – außer in Krisenregionen“, so Müller. Deswegen müssen die spezialisierten Mitarbeiter häufig mehrere Wochen auf Montage sein. Obwohl die NIG nach eigenen Angaben „Bayern-Tarif“ bezahlt, bekommt auch sie den Fachkräftemangel deutlich zu spüren. Auf manche Stellenanzeige gab es zuletzt keine einzige Bewerbung. Müller kritisierte im Gespräch mit Steineke in diesem Zusammenhang, dass jedes Bundesland seine eigene Bildungspolitik macht und Schüler mehr und mehr in Richtung Studium gedrängt werden, obwohl auch im Handwerk dringend Nachwuchs benötigt wird.
Sebastian Steineke MdB, Reiner Müller und Volker Tolle (privat) Sebastian Steineke MdB, Reiner Müller und Volker Tolle (privat)