Neuruppin – Die Neuruppiner Firma NIG, die weltweit Industrieanlagen ab- und anderenorts wieder aufbaut, will weiter wachsen und dafür in den nächsten zwei, drei Jahren bis zu zwei Millionen Euro an ihrem Stammsitz im Gewerbegebiet Treskow investieren. „Wir sind jetzt an unserer Kapazitätsgrenze“, sagte gestern Reiner Müller, der zusammen mit Volker
Tolle Geschäftsführer des Unternehmens ist. Deshalb hat die Neuruppiner Industrieverlagerungs GmbH (NIG), die die zwei Männer vor zehn Jahren gegründet haben, in Treskow bereits ein 1800 Quadratmeter großes Nachbargrundstück erworben. Auf dieser Fläche soll eine Halle für die
Fahrzeuge, Maschinen, Roboter und Werkzeuge der NIG entstehen. Bisher sind diese in einer erst 2008 errichteten Halle mit den Büros und Sanitärräumen untergebracht. Doch weil das Unternehmen gut im Geschäft ist und inzwischen schon 80 Mitarbeiter beschäftigt, wird der Platz allmählich
zu klein. „Wir sind ein reines Dienstleistungsunternehmen und arbeiten für alle namhaften Konzerne in Deutschland“, betonte Müller – und das in der ganzen Welt. Die NIG hat bereits für Siemens, Mercedes und Nestlé Werke an einem Standort abgebaut, verpackt und in einem anderen Land wieder aufgebaut und produktionsfertig übergeben. Auch für Airbus und Dr. Oetker. „98 Prozent unserer Mitarbeiter sind Fachkräfte wie Mechaniker, Elektriker und Steuerungstechniker“, so Müller. Das sei ein großer Vorteil gegenüber
den Wettbewerber von NIG. Die müssen sich Fachkräfte häufig mieten. Müller und Tolle setzen indes auf ihr Stammpersonal, das sie auch überdurchschnittlich entlohnen. „Wir bezahlen Bayern-Tarif“, sagte Müller. Dafür gibt es zwei Gründe: So haben Tolle und Müller zuvor selbst zehn Jahre bei einem Industrieverlagerungsbetrieb in Süddeutschland gearbeitet.
Als dieser pleite ging, gründeten die zwei Neuruppiner, die sich seit ihrem sechsten Lebensjahr kennen und zusammen in die Schule gingen, einfach
selbst so eine Firma – und übernahmen einen Teil der Mitarbeiter. Zudem wissen die Geschäftsführer gut, was sie von ihren Beschäftigten verlangen.
wochenlang von ihren Familien getrennt. Denn NIG verlagert auch Betriebe von Russland nach China oder baut mal in Indien ein großes Werk auf. „Wir arbeiten überall, außer in Krisengebieten“, betonte Tolle. Auch deshalb ist das Unternehmen, das noch über eine Betriebsstätte in Nürnberg verfügt, auf
Treskow noch immer, so Müller. Erst im nächsten Jahr sollen dort Glasfieberleitungen verlegt werden, erfuhr der Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke, der gestern das Unternehmen
besuchte. NIG würde gern auch noch ein paar gute Fachkräfte einstellen. Aber die sind schwer zu finden – selbst mit Bayern-Tarif.