Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
31.07.2015, 08:16 Uhr | Ruppiner Anzeiger 31.7.2015 / Siegmar Trenkler

Streit um Anbindung nach Berlin
Vertreter von Land und Bund schieben sich Schuld zu, dass Neuruppin die schnelle Hauptstadtverbindung fehlt

Neuruppin (RA) Der Kampf um eine schnelle Zuganbindung Neuruppins an Berlin geht weiter. Landrat Ralf Reinhardt und Wirtschaftsminister Albrecht
Gerber (beide SPD) sehen den Bund am Drücker, der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke das Land. Seit mehr als zehn Jahren dauert die Diskussion um die direkte Bahnverbindung der Linie RE 6
nach Berlin-Gesundbrunnen schon an. Dafür muss ein Stück der Strecke ausgebaut werden. Die Kosten würden zum großen Teil durch Bundesmittel der Bahn finanziert. Landrat Ralf Reinhardt hatte den Minister gebeten, auf politischer Ebene Druck auf Berlin auszuüben. Dort vermutet Reinhardt
den Grund für den Stillstand bei dem Projekt. Gerber selbst hatte erklärt, dass für die Anbindung mehr Geld vom Bund fließen müsse.
Nun schaltet sich der CDUBundestagsabgeordnete Sebastian Steineke in die Diskussion ein – und macht das Zuständigkeitskarussell vollständig. Er widerspricht Gerbers Darstellung: Dass sich die direkte Anbindung nur umsetzen lasse, wenn der Bund mehr Geld dafür bereitstelle, sei schlichtweg falsch. Gerber schiebe damit nur den Schwarzen Peter weiter. Steineke
sieht hingegen vielmehr das Land Brandenburg in der Pflicht zu handeln.
Unterstützung erhält er dabei von seinem Parteikollegen und
Landtagsabgeordneten Dr. Jan Redmann. „Wir sind in Gesprächen mit unseren Berliner Kollegen. Dabei wird immer wieder deutlich, dass Brandenburg sich kein Stück bewegt. Berlin zeigt sich gesprächsoffen“, betonen beide. Besonders für die wirtschaftliche Entwicklung des strukturschwachen Kreises sei die fehlende schnelle Anbindung bislang ein heftiger Bremsklotz, hatte Reinhardt erklärt. Auch Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn und Dr. Mathias Voth, einer der zwei Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken als größtem Arbeitgeber der Region, hatten bei Gerbers Besuch auf die Notwendigkeit einer besseren Zugverbindung hingewiesen.