Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
12.06.2015, 10:36 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 12.6.2015 / Andreas Vogel

Besserer Schutz vor Windrädern
Der Landkreis will ein Zeichen setzen: Er präzisiert seinen Landschaftsplan und fordert Wildbrücken.

Der Landkreis will mit seinen Mitteln dem Bau von weiteren Windkraftanlagen in der Region Einhalt gebieten. Auch deshalb wurde jetzt der Landschaftsrahmenplan überarbeitet. Dieser weist sieben Gebiete aus,
in denen weder Windräder noch Solarparks entstehen sollen. „Das sind unzerschnittene Räume ohne Straßen und Siedlungen, in denen ein Artenspektrum beheimatet ist, dass dieser Ruhe bedarf“, sagte gestern Vize-Landrat Werner Nüse (SPD). Viele dieser Gebiete sind laut Nüse zudem miteinander vernetzt. Diese Korridore nutzten Tiere wie der Wolf, der in der
Heide lebt, oder Wiesenbrüter, um von einem in ein anderes kaum besiedeltes Gebiet zu wechseln. Weil jedoch zwischen der Kyritz-Ruppiner
Heide und dem Dosse-Temnitz-Gebiet die Autobahn A 24 verläuft, fordert der Kreis den Bau von mindestens zwei Wildbrücken. Diese sollten im Bereich Netzeband sowie bei Fehrbellin entstehen. „Optimal wären sogar drei oder vier Wildbrücken“, so Nüse. Doch müsse der Kreis erst mal Gehör beim Bund finden, dass in Ostprignitz-Ruppin überhaupt Wildbrücken über die A 24 gebaut werden.
Kirsten Tackmann muss von dem Vorstoß nicht überzeugt werden.
„Wildbrücken sind schon als Schutz für die Menschen sinnvoll“, betonte die Bundestagsabgeordnete (Linke), die aus Tornow bei Kyritz kommt und Tierärztin ist. Die Brücken könnten helfen, dass es wenigstens an der A 24 weniger Wildunfälle gibt. Zusammenstöße mit Wildtieren sind seit Jahren
die häufigste Unfallursache im Landkreis. Allein 2014 registrierte die Neuruppiner Polizei 109 Wildunfälle an der A 24. Der Neuruppiner
Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU) hat wegen der Wildbrücken bereits mehrfach mit dem Bundesverkehrsministerium
gesprochen. Demnach sind solche Brücken vorstellbar – nordwestlich von Fretzdorf und nördlich von Walsleben. Mit den neuen Untersuchungen für den Landschaftsrahmenplan habe der Kreis jetzt das Material, um den Forderungen nach Wildbrücken „Nachdruck zu verleihen“, zeigte sich Vize-Landrat Nüse kämpferisch. Ähnlich engagiert will sich der Kreis für den
Schutz der unzerschnittenen Gebiete einsetzen, zu denen neben der Kyritz-Ruppiner Heide und dem Dosse-Temnitz-Gebiet die Wittstocker Heide, der Rheinsberger Wald, das Dreetzer Luch sowie das Rhinluch West und das Rhinluch Ost gehören. Immerhin soll es für mindestens zwei Gebiete – die
Wittstocker Heide und den Bereich Dosse-Temnitz – schon Interessenten
für den Bau von Windkraftanlagen geben. Diese Pläne könnten mit dem nun präzisierten Landschaftsrahmenplan scheitern. Denn sein überarbeitetes Papier will der Kreis bei der Anhörung für das Ausweisen neuer
Windkrafteignungsgebiete einbringen. „Wir wollen noch mal ein Zeichen setzen“, betonte Nüse.