Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
21.05.2015, 10:07 Uhr | Ruppiner Anzeiger 21.5.2015 / Daniel Dzienian

Härterer Kurs bei Blockaden
Polizei muss nach Gerichtsurteil schneller durchgreifen / Prominent besetztes Gegen-Video zum 6. Juni

Neuruppin (RA) Im Internet kursieren im Vorfeld des in Neuruppin geplanten Neonazi-Aufmarsches „Tag der deutschen Zukunft“ am 6. Juni mehrere
Blockade-Aufrufe. Das könnte möglicherweise ein Spiel mit dem Feuer werden. Die Polizei hat nach RA-Informationen Anweisungen aus dem
Innenministerium, Blockaden von Demonstrationen aufzulösen. Hintergrund ist ein Urteil des Potsdamer Verwaltungsgerichtes aus dem vorigen Jahr.
Am 15. September 2012 hatten hunderte Potsdamer einen Aufmarsch
von 80 Rechtsextremen in der Potsdamer Innenstadt verhindert. Dagegen hatte die NPD geklagt und Recht bekommen. Die Polizei habe die Blockade
auf der Langen Brücke gar nicht oder nur zögerlich aufgelöst, lautete die Auffassung der Richter. Die Einsatzkräfte hatten damals laut Medienberichten die Sicherheitseinschätzung vertreten, die Gefahren einer Räumung hätten „in einem deutlichen Missverhältnis zur Durchsetzung des
NPD-Aufmarsches“ gestanden. Die Polizeigewerkschaft GdP kritisierte
nach der Demonstration eine mögliche Einflussnahme der Politik auf die Polizei zum Verhindern der NPD-Demo.
Dass es eine vorgegebene Marschrichtung für den 6. Juni gebe, wollte die Neuruppiner Polizeidirektion Nord als zuständige Versammlungsbehörde dem RA nicht bestätigen. Auch zur möglichen, die die Freien Kräfte
Neuruppin/Osthavelland als Anmelder der Demo durch die Stadt nehmen könnten, hält sich die Behörde bedeckt, ebenso zum Startpunkt. Fraglich dürfte es allerdings sein, ob der bei vorangegangenen Nazi-Demos genutzte
Bahnhof am Rheinsberger Tor als Startpunkt vertretbar ist. Derweil engagieren sich Politiker in Neuruppin weiter gegen den rechten Spuk. Als Reaktion auf ein im Internet kursierendes Werbevideo der Freien Kräfte filmten unter anderem die Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke (CDU) und Kirsten Tackmann
(Linke) sowie der Neuruppiner Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) am Mittwoch ein Antwort-Video. Darin mobilisieren auch sie für den 6. Juni
– jedoch für das bunte Fest mit dem Titel „Schöner leben ohne Nazis“ des Aktionsbündnisses „Neuruppin bleibt bunt“ und anderer engagierter Einwohner.