Dabergotz (RA) Bundestagsabgeordnete, Vertreter der Verwaltung und der Gemeinde, Angestellte des Landesbetriebs Straßenwesen und sogar eine
Ministerin: Das Aufgebot an Besuchern am Mittwochmorgen auf dem Parkplatz der Gaststätte Paries machte klar, wie wichtig der erste Spatenstich
für den Ausbau der B 167 in Dabergotz war. Es war das Jahr 1995, als der Dabergotzer Bürgermeister Ulrich Krebs zum ersten Mal einen Entwurf für den Ausbau der B 167 in Dabergotz auf dem Tisch hatte. Ganze 20 Jahre mussten ins Land ziehen, bis dieses Projekt nun endlich verwirklich wird. „Damals sollte die Straße 4,3 Millionen D-Mark kosten“, erinnert sich Krebs. Das Land hätte alles komplett bezahlt, wenn die Dabergotzer keine Extrawünsche angemeldet hätten. Am Ende wurde das Vorhaben aber immer weiter nach hinten verschoben, bis schließlich nur die alte Decke
der Straße abgefräst und eine neue Verschleißschicht aufgetragen wurde.
Mit der Situation von damals ist heute so gut wie nichts mehr vergleichbar. Aus den 4,3 Millionen D-Mark sind 3,8 Millionen Euro geworden. 2,9 Millionen davon kommen vom Bund, 270 000 Euro vom Land Brandenburg,
das daher auch Verkehrsministerin Kathrin Schneider (parteilos) für einen ersten Spatenstich am Mittwoch in die Region sandte. Die Kosten der Gemeinde liegen bei rund 517 000 Euro, wovon 269 000 Euro allerdings Fördermittel sind. Auch Anliegerkosten für die Zufahrten fallen an (rund 160 000 Euro).
Diese vielen, hohen Zahlen hatte Ulrich Krebs am Mittwoch durchaus im Hinterkopf, doch ihn interessierte eigentlich viel mehr, wie der Bau angelaufen ist. Denn die Arbeiten hatten bereits vor dem offiziellen Spatenstich begonnen. „Es wurde schon gefräst“, erklärte Krebs. Er war
beeindruckt, was die Mitarbeiter der Firma Oevermann in einer Woche schon alles geschafft haben. „Wenn das so weitergeht, sind wir zufrieden.“ Der Zeitplan ist straff: Bis Juni 2016 soll die Ortsdurchfahrt fertig sein. Die Ruhe, die aufgrund der Vollsperrung der Straße derzeit im Dorf herrscht, ist für einige Anwohner durchaus irritierend. „Die ersten haben schon verschlafen,
weil es plötzlich so still ist“, so Krebs. Er nutzte den Spatenstich auch, um die Bauleitung vor Ort kennenzulernen. Denn der Bürgermeister rechnet damit,
geben wird – vor allem weil sich das Vorhaben erweitert hat. Nun sollen nicht nur die Wasser-, sondern auch Gasleitungen neu verlegt werden. Während ihrer Rede hob Kathrin Schneider die Bedeutung der B 167 hervor, die zum Grund-Straßennetz in Brandenburg gehört, da die Strecke als Autobahnzubringer dient. 11 000 Fahrzeuge pro Tag würden die Straße nutzen, davon seien zehn Prozent Schwerlaster. Anschließend hieß es für sie: zupacken. Mit Ulrich Krebs, Ralph Bormann vom Zweckverband Wasser/Abwasser Fehrbellin/Temnitz sowie den Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke (CDU) und Dagmar Ziegler (SPD) trat sie an zum Spatenstich – und zwei Jahrzehnte des Wartens hatten auch offiziell ein Ende.