Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
04.05.2015, 09:53 Uhr | MAZ - Kyritzer Tageblatt 2.5.2015 / Alexander Beckmann, Andre Reichel

Politik fordert mehr Wissen
Studie zur Zukunft des Kyritzer Mehrgenerationenhauses vertagt: Es gibt noch Gesprächsbedarf

Kyritz – Wie weiter mit dem Kyritzer Mehrgenerationenhaus? Die Antwort auf diese Frage wird noch etwas auf sich warten lassen. Bei ihrer Sitzung am Mittwoch haben die Kyritzer Stadtverordneten jedenfalls die Entscheidung
darüber vertagt, ob ein Gutachten die Chancen und Risiken für den Standort untersuchen soll. Hintergrund des Ganzen ist vor allem der bauliche Zustand des Hauses. Es war Mitte der 90er Jahre umfangreich um- und ausgebaut
worden. Inzwischen stehen Investitionen für den Werterhalt und die Anpassung an aktuelle rechtliche Vorgaben an. Die Kosten werden derzeit auf gut 1,5 Millionen Euro geschätzt. Zudem geht man im Rathaus davon
aus, dass sich die Bedingungen für und die Anforderungen an ein Mehrgenerationenhaus über die Jahre geändert haben und weiter ändern könnten. Ob ein Gutachten das klären kann, ist unter den Stadtverordneten
umstritten. Dieter Groß (Linke) bezweifelt die Notwendigkeit, Experten von außerhalb mit so etwas zu beauftragen. „Wir haben im Rathaus hochdotierte Fachleute, die so etwas beurteilen können.“ Zudem befürchte er, dass es am
Ende darum geht, das Mehrgenerationenhaus abzuwickeln.
Bürgermeisterin Nora Görke widersprach: „Wir sind nicht in der Lage, dieses Gutachten selbst zu erstellen.“ Die Bauverwaltung sei schon jetzt permanent
überlastet. Ziel sei keineswegs das Ende des Hauses: „Es geht darum, den Sinn einer großen Investition sicherzustellen.“ Doch einer Reihe von Stadtverordneten fehlt es offenbar an Informationen, um die Situation einschätzen zu können. „Was kostet das Haus jetzt? Welche Einnahmen
gibt es?“, wollte beispielsweise Lars Opelka (CDU) wissen. Sein Fraktionskollege Jürgen Freier forderte: „Wir sollten darüber reden, was wir mit so einem Haus überhaupt erreichen wollen.“ Man einigte sich darauf, solche Fragen noch einmal in den Fachausschüssen zu klären, bevor man sich für oder gegen ein Gutachten entscheidet. Am Mittwoch hatte der regionale CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke das Mehrgenerationenhaus besucht, um sich einen Überblick über die Situation
zu verschaffen. Dazu konnte Christian Boldt, der in der Stadtverwaltung für das Mehrgenerationenhaus zuständig ist, Rede und Antwort stehen. Steineke sah sich bei allen im Haus ansässigen Vereinen um und fragte nach deren Zielstellungen und Angeboten. Von der Vereins- und Trägervielfalt im Mehrgenerationenhaus zeigte er sich beeindruckt: „Ich habe den Eindruck, dass hier für die Menschen in der Umgebung viel getan wird.“