Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
20.03.2015, 10:49 Uhr | MAZ - Kyritzer Tageblatt 20.3.2015 / Alexander Beckmann

Politik unterhaltsam verpackt
Die Stadt Kyritz präsentierte sich bei ihrem Jahresempfang als gewandter Gastgeber

Kyritz – Die Stadt Kyritz geht ihre gesellschaftlichen Kontakte etwas anders an als viele Nachbarkommunen: Statt eines Neujahrsempfangs zum Jahresbeginn veranstaltet sie etwas später einen „Jahresempfang“. Der dient auch weniger
der Würdigung ehrenamtlichen Engagements – dafür gibt es eine eigene Veranstaltung. Kyritz lädt stattdessen wichtige Partner und Akteure zu einem ebenso unterhaltsamen wie informativen Abend ein. Rund 120 Gäste folgten am Mittwoch dieser Einladung ins Kulturhaus: aus Schulen, Kitas und von der Feuerwehr, aus den Nachbarkommunen und der Kreisverwaltung, aus
lokalen Unternehmen und Verbänden. Mit Sebastian Steineke von der CDU war auch der Bundestag vertreten. Einige Plätze im Saal blieben allerdings leer. Der lockeren Stimmung tat das kaum Abbruch. Dafür sorgten vor allem die beiden Moderatorinnen Chady Seubert und Daniela Dörfel alias „Ilse und Margarete“. Ausgesprochen eigenwillig ließen sie als „alte Damen“ ihrem
Mundwerk den Lauf, forderten ihrerseits die Anwesenden zu Kommentaren auf und hielten sich selbst nicht damit zurück. Die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke verwies beispielsweise auf die Bevölkerungsentwicklung in der
Stadt: 2014 sei mit einem Rückgang von nur einem Bürger ein gutes Jahr gewesen. „Ilse und Margarete“ riefen in dem Zusammenhang dazu auf, auch Flüchtlinge willkommen zu heißen. Schließlich gelte: „Es ist kein Verdienst, hier in Deutschland oder in Kyritz geboren zu sein.“
Nora Görke gab beim Jahresempfang natürlich einen noch weitergehenden
Überblick über das Geschehen in der Stadt. Wichtige Errungenschaften des vergangenen Jahres seien die Übergabe der sanierten Häuser am „Klosterblick“ gewesen, die Umgestaltung des Perleberger Platzes, die
Fertigstellung der neuen Jäglitzbrücke und auch die Vereinbarung zum Erhalt des Bahnverkehrs für die nächsten zehn Jahre. „Aber, liebe Leute, ihr müsst auch mit der Bahn fahren, damit sie erhalten bleibt“, mahnte die Bürgermeisterin. Die Stadt wolle mit dem neuen Umsteigepunkt am Perleberger Platz dazu beitragen. Außerdem werde noch in diesem Jahr die Straße Am Bahnhof bis zur Perleberger Straße verlängert. Weitere Vorhaben seien die Sanierung der B 5 und der Holzhausener Straße, der Neubau einer direkten Zufahrt zur Stärkefabrik, die Umgestaltung des Seeufers, der neue Zugang zum Rosengarten von der Weberstraße aus und selbstverständlich der Bau der Innenstadt-Kita. Eine Aufgabe bleibe das Klosterviertel: „Nun muss dringend mit der Sanierung des Klausurflügels begonnen werden. Voraussetzung ist, dass die Kyritzer ein Konzept für den Kulturstandort beschließen.“ Nora Görke lobte das in der Stadt verbreitete
ehrenamtliche Engagement in Kultur, Sport, in der Jugend- und Seniorenarbeit und bei der Feuerwehr. Zugleich würdigte sie die Entwicklung und den Einsatz
der Unternehmen in Kyritz. Sie hoffe, dass damit gerade auch Perspektiven für junge Menschen verbunden sind. Zugleich betonte sie: „Junge Familien benötigen neben Arbeitsplätzen auch Kitas und gute Schulen.“ Die Angebote der Stadt und ihre Wirkung nach außen waren auch Thema eines Fachvortrages: Sabine Slapa vom Büro „Die Raumplaner“ betonte vor allem die Bedeutung der Innenstadt für das kommunale Leben in seiner Gesamtheit.
Unterbrochen wurde all dies immer wieder von musikalischen Beiträgen der jungen Band „Windchill“. Am Büfett und mit vielen Gesprächen in kleinerer
Runde klang der Abend aus.