Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
18.03.2015, 12:42 Uhr | Ruppiner Anzeiger 18.3.2015 / Matthias Haack

Akwaaba – Willkommen
Die Ostprignitz-Ruppiner Sportlerfamilie begrüßt Asylbewerber aus Asien und Afrika in ihrer Mitte

Neuruppin (RA) Eine der Kernaussagen in der kurzen, aber griffigen Rede des KSB-Präsidenten Dr. Daniel Tripke ging beinahe unter: „Der Konzentrationsprozess in unserer Vereinslandschaft beginnt. Erste Vereine stellen sich den Auswirkungen des demografischen Wandels und schließen sich zusammen.“ Vorreiter dieser wohl im Flächenland Brandenburg zwingend nötigen Fusionen ist wieder einmal der Fußball. Diese am besten vernetzte
Sportart hat diese gewaltige Strukturreform hinter sich und kämpft jetzt an allen Ecken und Enden mit Reibungsverlusten. Dennoch gehen die Bemühungen
der Kicker von den Verwaltungsgremien schon auf die Vereinsebene über. Mehr und mehr wird über Jugendfördervereine (Zusammenschluss von
Mannschaften oder gar Vereinsbereichen) nachgedacht, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Die Dachorganisation des Sports flankiert diese Entwicklung nicht nur, sie vermittelt. Daniel Tripke richtete in seinem Bericht die Aufmerksamkeit auf weitere Trends, die teils erfreulich sind (Mitgliederzahl
auf 12 600 gestiegen), teils aber auch beängstigend. „Kinder und Jugendliche brauchen Wertschätzung und Anerkennung. Sie benötigen verlässliche Rahmenbedingungen für das Aufwachsen und dafür den Schutz sowie die Unterstützung der Gemeinschaft. In diesem Sinne sind hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen in den Vereinen aufgefordert, sich für das Wohlergehen von jungen Menschen, den Kinderschutz und das Recht auf Unversehrtheit von jungen Menschen in unserem Landkreis einzusetzen.“
– Unter der Überschrift „Wir schaffen Aufmerksamkeit und erzeugen Sensibilität“ erarbeitete der KSB Handlungsempfehlungen für die Vereine.
Optimistische Töne schlug Sebastian Steineke (Bundestagsmitglied der CDU) an, der in seinem Grußwort den vorigen Kreistag zusammenfasste: Die zehn Prozent mehr im Haushaltsplan für den Sport „sind ein guter Schritt“. Stimmen die Abgeordneten zu, dann stehen dem KSB 110 000 Euro pro Jahr zur
Verfügung, die er in endlose Projekte steckt oder als Förderung für seine Mitglieder weiterreicht. In seinem Diskussionsbeitrag lobte wunderte Dr. Klaus-Erwin Franz (Medizin Neuruppin) die Integration von Behinderten, „was hier in OPR eine Selbstverständlichkeit ist“, doch er zeigte sich „erstaunt, dass der Landes-Sportbund (LSB) den Mitgliedsbeitrag von sechs auf acht Euro erhöht“. Ins gleiche Horn stieß Kerstin Müller in ihrer Funktion als Mitglied vom SV Union Neuruppin. Ihren Vorwurf, der LSB hätte seinen Vorstoß nicht ausreichend kommuniziert, entkräftete Andreas Gerlach. Der Hauptgeschäftsführer des LSB, als Gast zufällig anwesend, verwies auf die „Debatte, die sich über zwei Jahre erstreckt,“ und auf die Notwendigkeit, den Beitrag anzupassen. Wohin die Mehreinnahmen von etwa 654 000 Euro fließen, wollte Kerstin Müller wissen. Gerlach führte unter anderem verbesserte Versicherungskonditionen für ehrenamtliche Vorstände sowie die dringliche Aufgabe des LSB an, „finanziell aktiv bleiben zu können. Der brandenburgische
Sport braucht einen Puffer, um größere Projekte erst einmal anzuschieben.“ Investitionen ab 200 000 Euro zählen zu den Großprojekten. Und ein Teil der Mehreinnahmen kämen als direkte Förderung in die Kreis- und Stadtsportbünde zurück, so Gerlach. Die Bühne seiner Mitgliedersammlung
nutzte der KSB, um „Willkommen in Deutschland, willkommen in OPR – akwaaba“ zu sagen und zu zeigen. Er lud sportbegeisterte Bewohner des
Wusterhausener Übergangswohnheimes ein und überreichte ihnen eine Reihe von Präsenten – natürlich mit einem prall gefüllten Rucksack für die Asylbewerber, die am Sonnabend nicht der Mitgliederversammlung beiwohnten. Auch zeichneten der KSB und sein Partner Lotto Brandenburg
die „Sympathieträger 2014“ aus, also schon die elfte Auflage dieser gemeinsamen Aktion: Mario Stärck, Jugendwart beim MSV Neuruppin, sowie
Hansjörg Fickert, langjähriger Vereinschef des Rheinsberger SV, bekamen sowohl von Antje Edelmann einen Pokal als auch 350 Euro überreicht. Beide zählten zu den 20 Sympathieträgern aus ganz Brandenburg, auf die sich eine Jury aus den 91 Bewerbungen festgelegt hatte.